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Die Quelle des Lebens

Wenn wir versuchen, Gott zu beschreiben, zwingen wir Gott gewöhnlich unsere Vorstellungen auf. Diese Vorstellungen hindern uns jedoch oft daran, Gott wirklich zu kennen. Um Gott zu kennen, müssen wir bereit sein, seine eigene Offenbarung von sich selbst in der Bibel zu betrachten. Dort offenbart sich Gott durch den Gebrauch von Symbolen. In Kapitel 4 des Johannesevangeliums zum Beispiel offenbart sich Gott als Quelle lebendigen Wassers.

Lebendiges Wasser

Auf seiner Reise nach Galiläa durchquerte Jesus eine Region namens Samarien und setzte sich am späten Nachmittag an einen Brunnen, um sich auszuruhen. Da er Gott war, wusste er, dass eine durstige Frau sich nähern würde, um Wasser aus dem Brunnen zu schöpfen. Genau genommen wusste er alles über sie. Er wusste von ihren fünf Ehemännern und von dem Mann, mit dem sie zu dieser Zeit zusammenlebte. Vor allem aber wusste er, dass ihr Leben das Ergebnis einer inneren Sehnsucht nach Zufriedenstellung war, die nur durch ihn selbst als das lebendige Wasser gestillt werden konnte. Als sie am Brunnen ankam, leitete er ein Gespräch ein und sagte: „Gib mir zu trinken“ (Johannes 4:7) Anstatt sie zu verurteilen, sprach er von Wasser und der Zufriedenstellung, die es verschafft. Die Frau war über die Bitte des Herrn überrascht und sagte: „Wie kommt es, dass du, der du ein Jude bist, mich, die ich eine Samariterin bin, um etwas zu trinken bittest?“ (V. 9). Der Herr antwortete: „Wenn du die Gabe Gottes kennen würdest und wüsstest, wer der ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken, so hättest du ihn gebeten und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben“ (V. 10). Sie dachte, dass Jesus sich auf natürliches Wasser bezog und antwortete: „Herr, du hast keinen Schöpfeimer, und der Brunnen ist tief; woher hast du denn dieses lebendige Wasser?“ (V. 11). Der Herr ließ jedoch schnell erkennen, dass er nicht von natürlichem Wasser sprach, indem er sagte: „Jeder, der von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst bekommen, wer auch immer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, der wird auf keinen Fall Durst haben in Ewigkeit“ (V. 13–14).

In seiner Antwort sprach der Herr von Wasser, das keine dauerhafte Zufriedenstellung bringt, und von Wasser, das unseren Durst ewig stillt. Physische Dinge lassen immer ein Gefühl von Unzufriedenheit und Durst zurück. Die Samariterin war fünfmal verheiratet und lebte derzeit mit einem Mann zusammen, der nicht ihr Ehemann war. Da sie keiner der Ehemänner zufriedenstellen konnte, heiratete sie immer wieder. Ihr Leben ist ein Bild unseres eigenen Strebens nach Zufriedenheit. Obwohl materieller Reichtum, weltliche Vergnügungen und menschliche Errungenschaften eine gewisse unmittelbare Zufriedenstellung gewähren mögen, ist diese Zufriedenstellung bestenfalls vorübergehend. Der Herr offenbarte jedoch die Existenz einer zweiten Art von Wasser – lebendiges Wasser – und sagte: „Wer auch immer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, der wird auf keinen Fall Durst haben in Ewigkeit; sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm zu einem Brunnen von Wasser werden, das in das ewige Leben sprudelt“ (V. 14). In einem Satz offenbarte der Herr, dass das Wasser, das unseren Durst wirklich stillt, nichts Geringeres ist als der dreieine Gott.

Die Bibel offenbart, dass Gott dreieinig ist: Er ist drei-eins. Gott, der in seiner Essenz einer ist (5. Mose 6:4; 1. Korinther 8:4), wird auch auf geheimnisvolle Weise als Vater, Sohn und Geist offenbart (Matthäus 28:19; 2. Korinther 13:14). In seiner Essenz wird er als einer offenbart, aber in seinem Wirken, d. h. indem er als lebendiges Wasser in den Menschen fließt, wird er als drei offenbart. Unser Durst kann durch nichts anderes als das Herausfließen des dreieinen Gottes gestillt werden. Deshalb sprach Jesus von Gott dem Vater als Quelle, Gott dem Sohn als sprudelndem Brunnen und Gott dem Geist als Strom, der lebendiges Wasser in uns hineinfließen lässt.

Gott der Vater ist eine Quelle

Gott der Vater ist eine Quelle. So wie eine Quelle der Ursprung eines Stroms oder Flusses ist, so ist Gott der Vater die Quelle und der Ursprung des ewigen Lebens. Als Quelle des Lebens fließt er selbst zu uns, damit wir ihn als unsere Zufriedenstellung genießen können. In Psalm 36:9–10 heißt es: „Sie werden reichlich trinken von der Fettigkeit deines Hauses, und mit dem Strom deiner Wonnen wirst du sie tränken. Denn bei dir ist der Quell des Lebens.“ Wer von dem lebendigen Wasser trinkt, wird das ewige Leben Gottes zu seinem Genuss und zu seiner Zufriedenstellung haben.

Gott der Sohn ist ein sprudelnder Brunnen

Gott der Sohn ist ein sprudelnder Brunnen. So wie ein sprudelnder Brunnen das Auftauchen und der Ausdruck einer Quelle ist, so ist Gott der Sohn das Auftauchen und der Ausdruck des ewigen Lebens. In ihm war das Leben (Johannes 1:4), und er kam, damit die Menschen „Leben haben und es überfließend haben“ (10:10). So wie ein sprudelnder Brunnen die Quelle verkörpert und ausdrückt, so verkörpert und drückt Christus den Vater aus (Kolosser 2:9; Johannes 1:18). Der Sohn ist ein Brunnen des ewigen Lebens, der in den Gläubigen entspringt. Als Christus am Kreuz gekreuzigt wurde, flossen Blut und Wasser aus seiner Seite heraus (19:34). Blut steht für Erlösung und Wasser steht für das Leben Gottes, das denen, die glauben, zugänglich gemacht wird.

Gott der Geist ist ein Strom

Gott der Geist ist ein Strom. So wie ein Strom den Inhalt des sprudelnden Brunnens weiterleitet und überträgt, so ist Gott der Geist die Übertragung von Gottes ewigem Leben in Christus auf die Menschheit. Gott wurde in Christus verkörpert und Christus wurde in der Auferstehung zum Leben gebenden Geist, der das ewige Leben in uns hineinfließen lässt. In Johannes 7:38–39 heißt es: „Wer in mich hineinglaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus dessen Innerstem werden Ströme lebendigen Wassers fließen. Dies aber sagte er über den Geist, den jene empfangen sollten, die in ihn hineinglauben; denn der Geist war noch nicht, weil Jesus noch nicht verherrlicht worden war.“ In Auferstehung wurde Christus zum Leben gebenden Geist, der in uns hineinfließt (1. Korinther 15:45b). Wenn der Geist kommt, wird uns das ewige Leben, das in Christus verkörpert wurde, zugänglich gemacht. Der Geist ist jetzt ein fließender Strom, aus dem wir trinken können (1. Korinther 12:13; Offenbarung 22:1). Wer dieses Wasser empfängt, wird sich an einer Quelle lebendigen Wassers erfreuen, die im Innern emporsprudelt wie ein Strom, der ins ewige Leben fließt.

Bitten, um zu empfangen

Nachdem die Frau die Beschreibung des Herrn über das lebendige Wasser gehört hatte, brachte sie eine einfache Bitte vor: „Herr, gib mir dieses Wasser, damit ich keinen Durst mehr habe und ich nicht mehr hierher komme, um zu schöpfen“ (Johannes 4:15). Mit dieser Bitte wurden ihr ihre Sünden vergeben, damit sie den dreieinen Gott voll und ganz erfahren konnte. Sie trank und war zufriedengestellt. Kein materielles Vergnügen oder irdische Errungenschaft wird dich jemals so zufriedenstellen wie der dreieine Gott. Alles, was du jetzt tun musst, ist zu bitten. Bitte bete Folgendes:

Herr Jesus, ich bin ein durstiger Sünder. Ich will dich als lebendiges Wasser. Vergib mir meine Sünden und gib mir dich selbst als das Wasser des Lebens. Ich empfange dich jetzt und trinke von dir, Herr Jesus. Danke, dass du in mich hineinfließt, um mein Leben und meine Zufriedenheit zu sein.