„BETET IHR NUN SO

„Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler; denn sie lieben es, in den Synagogen und an den Ecken der Straßen stehend zu beten, damit sie von den Menschen gesehen werden. Wahrlich, Ich sage euch, sie haben ihren Lohn dahin. Wenn du aber betest, so geh in deine Kammer, und nachdem du deine Tür geschlossen hast, bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist! Und dein Vater, der im Verborgenen sieht, wird dir vergelten. Wenn ihr aber betet, sollt ihr nicht plappern wie die von den Nationen; denn sie meinen, dass sie um ihres vielen Redens willen erhört werden. Seid ihnen nun nicht gleich! Denn euer Vater weiß, was ihr benötigt, ehe ihr Ihn bittet. Betet ihr nun so: Unser Vater, der Du bist in den Himmeln, geheiligt werde Dein Name, Dein Reich komme, Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auch auf Erden! Unser tägliches Brot gib uns heute; und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir unseren Schuldnern vergeben haben; und führe uns nicht in Versuchung, sondern errette uns von dem Bösen! Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. – Denn wenn ihr den Menschen ihre Vergehungen vergebt, so wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben; wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euer Vater eure Vergehungen auch nicht vergeben“ (Mt. 6:5-15).

Wenn wir gewöhnlich über Gebet sprechen, gilt unser Augenmerk hauptsächlich den Gebetserhörungen. In diesen Versen liegt die Betonung des Herrn Jesus jedoch nicht auf den Gebetserhörungen, sondern auf der Belohnung des Gebetes. Aus welchem Grund sagen wir dies? Die Grundlage bildet das Wort „Lohn“ in Vers 5, welches das gleiche Wort ist wie der „Lohn“ des Almosengebens in Vers 2 und der „Lohn“ des Fastens in Vers 16. Wenn sich die Belohnung des Gebetes auf die Erhörung des Gebetes bezieht, auf was bezieht sich dann die Belohnung des Almosengebens und des Fastens? Nach dem Zusammenhang bezieht sich „Lohn“ auf die Belohnung, die man im Reich empfängt. Dies zeigt uns, dass die Erhörung unserer Gebete eigentlich zweitrangig ist; die Hauptsache ist vielmehr, ob wir für unser Gebet eine Belohnung empfangen. Entsprechen unsere Gebete jedoch dem Willen Gottes, dann werden sie nicht nur erhört, sondern ihrer wird auch in der Zukunft gedacht, und sie werden vor dem Richterstuhl belohnt. Daher bewirkt das Gebet, das in diesen Versen erwähnt wird, heute nicht nur eine Erhörung, sondern auch Gerechtigkeit. Mit anderen Worten: Unser Gebet ist unsere Gerechtigkeit.

Jedoch die Gerechtigkeit auf Grund des Gebetes kommt nicht von achtlosen, halbherzigen, gewohnheitsmäßigen oder solchen Gebeten, die aus unreinen Motiven entstanden. Einerseits lehrt uns der Herr, nicht so zu beten wie zwei Gruppen von Menschen beten; andererseits zeigt Er uns ein Vorbild für das Gebet. Lasst uns zuerst zwei Arten von Gebet betrachten, denen wir nicht folgen sollten.

NICHT WIE DIE HEUCHLER, DIE BETEN, UM VON DEN MENSCHEN GESEHEN ZU WERDEN

„Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler; denn sie lieben es, in den Synagogen und an den Ecken der Straßen stehend zu beten, damit sie von den Menschen gesehen werden. Wahrlich, Ich sage euch, sie haben ihren Lohn dahin.“ Das Gebet soll dazu dienen, mit Gott Gemeinschaft zu haben und Seine Herrlichkeit zum Ausdruck zu bringen. Doch die Heuchler benutzen Gebete, die der Verherrlichung Gottes dienen, um sich selbst zu verherrlichen. Folglich lieben sie es, in den Synagogen und an den Straßenecken zu beten. Sie tun dies, um von den Menschen gesehen zu werden, weil Synagogen und Straßenecken öffentliche Plätze sind, an denen allezeit Menschen vorbeikommen. Sie beten somit nicht, um von Gott erhört zu werden, sondern um von den Menschen gehört zu werden; sie wollen sich zur Schau stellen. Ein Gebet dieser Art ist sehr oberflächlich; es kann nicht als ein Gebet zu Gott und als Gemeinschaft mit Gott angesehen werden. Diese Menschen können natürlich nicht erwarten, etwas von Gott zu empfangen, denn das Motiv hinter dieser Art Gebet ist das Verlangen nach Ehre von den Menschen, und es wird dafür von Gott keine Versorgung aufbewahrt. Sie haben ihre Belohnung schon erhalten, denn sie haben das Lob der Menschen bekommen. Daher wird es in dem zukünftigen Reich nichts geben, was der Erinnerung wert ist.

Was sollten wir denn tun, wenn wir beten? Der Herr sagte: „Wenn du aber betest, so geh in deine Kammer, und nachdem du deine Tür geschlossen hast, bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist! Und dein Vater, der im Verborgenen sieht, wird dir vergelten.“ Die Kammer ist hier ein Symbol. Die Synagogen und Straßenecken beziehen sich beide auf öffentliche Plätze, während sich die Kammer auf einen verborgenen Ort bezieht. Geschwister, ihr könnt die Kammer in den Synagogen und an den Straßenecken finden; ihr könnt die Kammer auf dem Bürgersteig und in einem Auto finden. Denn die Kammer ist der Ort, wo du mit Gott im Geheimen Gemeinschaft hast; es ist der Ort, wo du betest, ohne bewusst zu versuchen, dein Gebet zur Schau zu stellen. „Geh in deine Kammer, und nachdem du deine Tür geschlossen hast …“ Dies bedeutet, die Welt ausund dich einzuschließen. Mit anderen Worten heißt dies, alle Stimmen von außen zu ignorieren und still und allein zu Gott zu beten.

Betest du „zu deinem Vater, der im Verborgenen ist“, dann gilt: „Dein Vater, der im Verborgenen sieht, wird dir vergelten.“ Welch ein großer Trost ist dies! Um zu dem Vater zu beten, der im Verborgenen ist, musst du Glauben haben. Obwohl du äußerlich nichts fühlst, musst du glauben, dass du zum Vater betest, der im Verborgenen ist! Er ist im Verborgenen, an einem Ort, den menschliche Augen nicht sehen können. Doch Er ist wahrhaftig dort. Er verachtet dein Gebet nicht, Er sieht dich. Dies zeigt, wie sehr Er sich um deine Gebete kümmert. Es ist nicht so, dass Er dich sieht und dann wieder verlässt, sondern Er wird dich belohnen. Geschwister, könnt ihr dieses Wort glauben? Wenn der Herr sagt, dass Er dich belohnen wird, dann bedeutet dies, dass Er dich auch wirklich belohnen wird. Der Herr garantiert, dass dein Gebet im Verborgenen nicht vergeblich sein wird. Betest du auf eine rechte Weise, dann wird dich der Vater belohnen. Selbst wenn es heute anscheinend überhaupt keine Belohnung gibt, so wird es doch eines Tages eine Belohnung geben. Geschwister, besteht euer Gebet im Verborgenen die Prüfung des Vaters, der im Verborgenen sieht? Glaubt ihr, dass der Vater euch im Verborgenen sieht und euch dann belohnen wird?

NICHT PLAPPERN WIE DIE VON DEN NATIONEN

Der Herr lehrte uns nicht nur, uns im Verborgenen einzuschließen, wenn wir beten. Er lehrte uns auch, „nicht Worte (zu) plappern wie die aus den Nationen, denn sie meinen, dass sie um ihres vielen Redens willen erhört werden.“ Der Ausdruck „um ihres vielen Redens willen“ wird im Griechischen benutzt, um das monotone und wiederholende Geräusch einer stammelnden Person darzustellen. Einige Menschen wiederholen in ihren Gebeten die gleichen Worte auf monotone Weise. Diese Art Gebet ist jedoch nur ein Geräusch und hat keine Bedeutung. Wenn du bei einer solchen Person stehst und hörst ihr Gebet, dann ist es so, als ob du an einem Fluss stehst und das wiederholende und monotone Geräusch des Wassers hörst, das gegen die Felsen schlägt. Es ist so, als ob man an einer steinigen Straße steht und dem wiederholenden und monotonen Geräusch der Räder zuhört, die über die Kieselsteine rollen. Sie wiederholen die gleichen Worte immer wieder, denn sie meinen, ihre Gebete würden auf Grund vieler Wiederholungen erhört. Aber ein Gebet dieser Art ist nutzlos, wirkt überhaupt nicht; und wir sollten auf diese Weise nicht beten.

Geschwister, eure Gebete sollten nicht nur ein Geräusch sein, das keine Bedeutung hat. Die Gebete Vieler in der Gebetsversammlung sind bedeutungslos. Sagst du auf ihr Gebet kein Amen, dann verurteilen sie dich, du seist mit ihnen nicht eins. Sagst du zu ihrem Gebet jedoch Amen, dann werden sie in ihren Gebeten immer wieder die gleichen Worte benutzen. Sie beten nicht, um gewisse Ziele zu erreichen, sondern um eine gewisse Bewegung zu erzeugen. Ihre Gebete dienen auch nicht dem Vorsatz, eine Last zu befreien, sondern sie sollen ihrer Rede den letzten Schliff geben. Viele Gebete werden als ein Ergebnis des Einflusses von Menschen dargebracht; und viele Worte werden geäußert, die weit über das hinausgehen, was man eigentlich möchte. Diese Gebete sind somit wie das Geräusch eines Flusses, der gegen die Felsen schlägt und wie das Geräusch von Rädern, die über Kieselsteine rollen. Ein Gebet dieser Art ist nur Geräusch und ist daher bedeutungslos. Wir sollten denen nicht gleichen, die auf diese Weise beten.

„Seid ihnen nun nicht gleich! Denn euer Vater weiß, was ihr benötigt, ehe ihr Ihn bittet.“ Dies zeigt uns, dass es von unserer Haltung Gott gegenüber abhängt, ob unsere Gebete erhört werden oder nicht. Es hängt auch von unserer Bedürftigkeit ab. Ob die Gebete erhört werden oder nicht, hängt jedoch nicht von der Vielzahl unserer Worte ab. Wenn wir für das beten, was wir nicht brauchen, dann werden wir nicht erhört, selbst wenn wir mehr Worte gebrauchen. Kommt unser Bitten nicht aus unserer Not heraus, dann ist es Gier und ist somit auch vergeblich. Gott ist glücklich, uns das zu geben, was wir brauchen; Er möchte aber nicht die Wünsche zufrieden stellen, die unser Selbst ersehnt. Einige sagten, dass es nicht mehr notwendig sei, zu bitten, da Gott ja weiß, was wir brauchen. Dies ist jedoch ein törichtes Wort. Denn der Vorsatz unseres Gebetes besteht ja nicht darin, Gott über irgendetwas zu informieren, sondern um Ihm unser Vertrauen, unseren Glauben, unsere Abhängigkeit und unseren Wunsch zu zeigen. Aus diesem Grund ist es in Ordnung, dass wir beten. Doch wenn wir beten, sollte unser Verlangen über unsere Worte hinausgehen; und unser Glaube sollte unsere Worte übersteigen.

„BETET IHR NUN SO“

Lasst uns nun das Gebet betrachten, das der Herr lehrte. Dieses Gebet wird zwar im Allgemeinen das Gebet des Herrn genannt, doch dies ist falsch. Denn dieses Gebet ist nicht das eigene Gebet des Herrn, sondern ein Gebet, das uns der Herr lehrte. Lukas 11 zeigt dies klar (V. 1-4). Wir sollten sorgsam darauf bedacht sein, aus diesem Gebet zu lernen.

Der Herr sagte: „Betet ihr nun so.“ Er sagte nicht, dass wir mit diesen Worten beten sollen. Hätte Er das getan, dann bräuchten wir jedes Mal, wenn wir beten, nichts weiter zu tun, als lediglich diese Worte zu wiederholen. Nein, dies meinte der Herr nicht; Er meinte vielmehr, dass wir auf diese Weise beten sollen. Mit anderen Worten, der Herr lehrte uns, wie wir beten sollen; Er lehrte uns jedoch nicht, Seine Worte nachzuahmen, sondern auf Seine Weise zu beten.
Von Anbeginn der Welt an hört Gott schon auf die Gebete der Menschen. Denn eine Generation nach der anderen und ein Zeitalter nach dem anderen beteten die Menschen zu Gott. Doch es ist schwierig, einige zu finden, deren Gebete wirklich den Punkt treffen. Viele Menschen widmen ihre Aufmerksamkeit ihren Bedürfnissen, aber Gottes Bedürfnissen widmen sie keine Aufmerksamkeit. Aus diesem Grund öffnete der Herr Seinen Mund und lehrte uns: „Betet ihr nun so.“ „So“ zu beten ist etwas sehr Bedeutsames, Hohes und Tiefgründiges. Geschwister, wenn wir überhaupt beten lernen wollen, dann müssen wir lernen, „so“ zu beten. Dies war das erste Mal, seitdem Gott auf die Erde kam, um ein Mensch zu werden, dass Er uns sagte, wie wir beten sollen, und wie wir auf kurze und treffende Weise beten sollen.

Der Herr sagte uns, dass wir zu „unserem Vater“ beten müssen, der „in den Himmeln“ ist. „Vater“ ist ein Titel, ein neuer Name, mit dem der Mensch Gott anspricht. Vorher nannte der Mensch Gott den „Allmächtigen“, den „Allerhöchsten“, den „lebendigen Gott“ oder „HERR.“ Niemand wagte jedoch, Gott „Vater“ zu nennen. Dies ist das erste Mal, dass das Wort „Vater“ benutzt wurde. Somit zeigt uns dies klar, dass dieses Gebet für Gerettete ist, für solche, die schon ewiges Leben haben. Denn wenn ein Mensch gerettet ist, kann er Gott den Vater nennen. Nur diejenigen, die von Gott gezeugt wurden, sind die Kinder Gottes, und nur sie können Gott den Vater nennen. Dieses Gebet ist an „unseren Vater“ gerichtet, der „in den Himmeln“ ist. Wie lieblich und welch großer Trost ist das. Ursprünglich konnte nur unser Herr Jesus Gott den Vater nennen; doch in diesen Versen wies Er uns an, Gott unseren Vater zu nennen. Das ist eine große Offenbarung. Denn hätte Gott uns nicht geliebt und uns Seinen eingeborenen Sohn gegeben, wie könnten wir Ihn dann unseren Vater nennen? Dank sei Gott dafür, dass Sein Sohn für uns starb und auferstand, so dass wir Seine Kinder werden und eine neue Position einnehmen können. Denn von nun an können wir zu unserem Vater beten, der in den Himmeln ist. Wie vertraut, wie befreiend und wie erhebend ist dies! Möge der Geist des Herrn uns mehr und mehr lehren zu erkennen, dass Gott unser Vater ist und zu glauben, dass der Vater voller Liebe und Geduld ist. Er möchte nicht nur unser Gebet hören, sondern Er möchte auch, dass wir an der Freude des Gebetes teilhaben.

Dieses Gebet kann in drei Abschnitte unterteilt werden. Der erste befasst sich mit den Dingen Gottes. Es ist ein Gebet mit dreifachem Verlangen im Hinblick auf Gott (V. 9-10). Dies bildet die Grundlage. Der zweite Abschnitt hat mit uns zu tun. Denn es ist unser Bitten um Gottes Schutz (V. 11-13a). Der dritte Abschnitt ist unsere Erklärung; es ist unser Lobpreis Gottes (V. 13b). Lasst uns das Gebet einen Abschnitt nach dem anderen betrachten.

EIN DREIFACHES VERLANGEN IM HINBLICK AUF GOTT

Der erste Abschnitt behandelt ein dreifaches Verlangen im Hinblick auf Gott.

Das erste Verlangen: „Geheiligt werde Dein Name“

„Geheiligt werde Dein Name!“ Gott hegt die Erwartung, dass wir alle beten, Sein Name werde von den Menschen geheiligt. Sein Name wird unter den Engeln zwar erhoben, aber auf Erden wird er zu Nichtigem ausgesprochen, sogar die Götzen benutzen Seinen Namen. Wenn ein Mensch den Namen Gottes zu Nichtigem ausspricht, zeigt Gott jedoch nicht Seinen Zorn, indem Er ihn mit einem Blitz erschlägt, sondern Er verbirgt sich, als ob Er nicht existierte. Wenn ein Mensch Seinen Namen zu Nichtigem ausspricht, unternimmt Er gar nichts, um mit ihm abzurechnen. Doch Er möchte, dass Seine Kinder beten: „Geheiligt werde Dein Name.“ Geschwister, wenn ihr Gott liebt und Ihn kennt, dann wollt ihr, dass Sein Name geheiligt werde. Wenn jemand Gottes Namen zu Nichtigem ausspricht, wirst du dich verletzt fühlen, dein Verlangen wird sogar noch stärker, und du wirst noch ernstlicher beten: „Geheiligt werde Dein Name.“ Eines Tages wird der Mensch jedoch diesen Namen heiligen und nicht mehr länger zu Nichtigem aussprechen.

„Geheiligt werde Dein Name!“ Gottes Name ist aber nicht nur ein Titel, den wir mit unserem Mund ansprechen, sondern er ist eine große Offenbarung, die wir vom Herrn empfangen. Gottes Name wird in der Bibel benutzt, um Seine Offenbarung über sich selbst an den Menschen zu bezeichnen; er bezeichnet alles, was wir über Ihn wissen. Gottes Name spricht von Seiner Natur und offenbart Seine Fülle. Dies kann der Mensch mit seiner Seele nicht verstehen, sondern es handelt sich um etwas, das uns der Herr offenbart (Joh. 17:6). Der Herr sagte: „Und Ich habe ihnen Deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, womit Du Mich geliebt hast, in ihnen sei und Ich in ihnen“ (17:26). Dies zeigt uns: Um Gottes Namen zu erkennen, muss der Herr ihn uns immer wieder kundtun.

„Geheiligt werde Dein Name!“ Dies ist nicht nur unser Verlangen, sondern auch unsere Anbetung des Vaters. Wir sollten Gott die Ehre geben, und daher sollten wir unser Gebet mit Lobpreis beginnen. Bevor wir hoffen können, von Ihm Barmherzigkeit und Gnade zu empfangen, sollten wir Ihn ehren. Wir sollten Ihm erlauben, selbst den höchsten Lobpreis zu empfangen, und danach sollten wir von Ihm Gnade empfangen. Geschwister, wir müssen uns daran erinnern, dass die Hauptsache und das höchste Ziel unseres Gebetes darin besteht, dass Gott Ehre und Herrlichkeit gewinnt.

„Geheiligt werde Dein Name!“ Gottes Name ist mit Seiner Herrlichkeit verbunden. In Hesekiel 36 heißt es: „Da tat es Mir Leid um Meinen heiligen Namen, den das Haus Israel unter den Heiden entweiht hatte, wohin sie kamen“ (V. 21). Dies bedeutet, dass das Haus Israel den Namen Gottes nicht heiligte; und daher wurde Sein Name unter den Heiden überall entweiht, wo sie hinkamen. Doch Gott tat es um Seinen heiligen Namen Leid. Unser Gott möchte, dass wir auch ein solches Verlangen haben. Mit anderen Worten: Er möchte, dass Sein Name durch uns verherrlicht wird. Dazu muss Gottes Name zuerst in unseren Herzen geheiligt werden, bevor unser Verlangen zu etwas Tiefgründigerem gewendet werden kann. An uns muss ein tiefgehendes Werk des Kreuzes geschehen sein, bevor wir Gottes Namen verherrlichen können. Sonst ist unser Verlangen nicht einmal ein Wunsch, sondern lediglich eine leere Idee. Geschwister, wenn dies der Fall ist, wie sehr müssen wir dann behandelt und beschnitten werden.

Das zweite Verlangen: „Dein Reich komme“

Was für ein Reich ist dieses Reich? Wenn wir den Zusammenhang im Matthäusevangelium lesen, sehen wir, dass es sich auf das Reich der Himmel bezieht. Der Herr lehrt uns zu beten: „Dein Reich komme.“ Dies bedeutet, dass das Reich Gottes im Himmel, jedoch nicht auf Erden ist. Aus diesem Grund müssen wir beten, dass Gott den himmlischen Bereich auf die Erde ausdehnt. In der Bibel ist das Reich Gottes sowohl historisch als auch geographisch. Die Geschichte hat mit Zeit zu tun, während sich die Geographie auf einen Ort bezieht. Nach der Bibel ist das Reich Gottes jedoch mehr geographisch als historisch zu sehen. Denn der Herr sagte: „Wenn Ich aber durch den Geist Gottes die Dämonen austreibe, so ist also das Reich Gottes zu euch gekommen“ (Mt. 12:28). Bezieht sich dies auf die Geschichte? Nein, denn es ist etwas, das mit Geographie zu tun hat. Das Reich Gottes ist immer dort, wo der Sohn Gottes Dämonen austreibt. Daher hat in dieser Zeit das Reich Gottes mehr mit Geographie als mit Geschichte zu tun. Geschwister, habt ihr daher nur ein historisches Konzept vom Reich, dann habt ihr lediglich eine Seite der Wahrheit und nicht alle Seiten gesehen. Im Alten Testament findet man nur Weissagungen über das Reich der Himmel. Als der Herr Jesus kam, gab es die Erklärung Johannes des Täufers, der proklamierte, das Reich der Himmel sei nahe gekommen (Mt. 3:1-2). Dann sagte der Herr Jesus selbst, dass das Reich der Himmel nahe gekommen ist (4:17). Sie sagten dies, weil es damals Menschen gab, die schon zum Reich der Himmel gehörten. In Matthäus 13 gibt es die Erscheinung des Reiches der Himmel auf Erden. Heute ist das Reich Gottes überall dort, wo die Kinder Gottes durch Seinen Geist die Dämonen und ihre Werke austreiben. Indem der Herr uns bittet, dafür zu beten, dass Sein Reich komme, sieht Er voller Erwartung der Zeit entgegen, wenn das Reich Gottes die ganze Erde füllen wird.

„Dein Reich komme!“ Dies ist nicht nur ein Verlangen der Gemeinde, sondern auch eine Verantwortung der Gemeinde, denn sie sollte Gottes Reich herbeibringen. Um Gottes Reich herbeizuführen, muss die Gemeinde jedoch den Preis bezahlen, durch den Himmel eingeschränkt zu werden und unter die Herrschaft des Himmels zu kommen. Sie muss für den Himmel gleichsam der Auslass sein und seiner Autorität erlauben, auf der Erde zum Ausdruck gebracht zu werden. Um das Reich Gottes herbeizubringen, muss die Gemeinde alle Anschläge Satans kennen (2.Kor. 2:11). Sie muss die ganze Waffenrüstung Gottes anlegen und gegen die Anschläge des Teufels stehen (Eph. 6:11), denn überall, wo das Reich Gottes ist, da wird der Teufel ausgetrieben. Wenn das Reich Gottes unumschränkt auf der Erde regiert, wird Satan in den Abgrund geworfen (Offb. 20:1-3). Da die Gemeinde eine solch außerordentlich große Verantwortung trägt, wird Satan alles tun, was er kann, um die Gemeinde anzugreifen. Möge die Gemeinde daher so beten wie die Heiligen von alters her: „HERR, neige deine Himmel und steige herab“ (Ps. 144:5). „Ach, dass Du die Himmel zerrissest, herabstiegest“ (Jes. 64:1). Zur gleichen Zeit sollten wir zu Satan sagen: „Verlass sofort die Erde und geh in das ewige Feuer, das Gott für dich vorbereitet hat“ (vgl. Mt. 25:41).

Das dritte Verlangen: „Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auch auf Erden“

Das Gebet hier heißt: „Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auch auf Erden!“ Dies zeigt, dass Gottes Wille zwar im Himmel, aber nicht völlig auf Erden getan wird. Gott ist doch Gott, wer kann denn verhindern, dass Sein Wille getan wird? Kann der Mensch Gott aufhalten? Kann der Teufel Gott aufhalten? Niemand kann Gott auf halten. Warum müssen wir dann noch beten? Um diese Frage zu beantworten, müssen wir jedoch etwas über das Prinzip des Gebetes erwähnen.

In der ganzen Bibel gibt es einige grundlegende Prinzipien über die Wahrheit. Das Prinzip des Gebetes ist eines davon. Geschwister, wir müssen erkennen, wie wunderbar es ist, dass es in der Bibel so etwas wie das Gebet gibt. Gott kennt doch in Wahrheit schon unser Bedürfnis; warum müssen wir dann noch beten? Nach der Sicht des Menschen wäre es nicht notwendig, zu beten, da Gott doch allwissend ist. Aber nach der Bibel braucht Gott das Gebet der Menschen. Gebet bedeutet, dass Gott etwas tun möchte; doch Er wird es nicht selbst tun, sondern Er wartet, bis der Mensch auf Erden dafür betet, bevor Er es tut. Gott hat zwar Seinen Willen und Seine Gedanken, doch Er wartet darauf, dass der Mensch betet. Gott kennt auch unsere Bedürfnisse, doch Er muss warten, bis der Mensch betet, bevor Er irgendetwas tut. Er wird nicht von sich aus vorangehen, sondern Er wird sich erst bewegen, nachdem der Mensch gebetet hat. Der Grund dafür, dass wir beten müssen, besteht darin, dass Gott überhaupt nichts von sich aus tun wird, sondern Er muss warten, bis der Mensch betet, bevor Er wirkt. Der Herr Jesus sollte zwar geboren werden, aber es musste zuerst einen Simeon und eine Hanna geben, die dafür beteten (Lk. 2:25, 36-38). Der Heilige Geist sollte auch herabsteigen, doch Er konnte erst kommen, als die hundertzwanzig Menschen zehn Tage lang beteten (Apg. 1:15; 2:1-2). Dies ist das Prinzip des Gebetes. Dürfen wir durch Gebet Gott bitten, das nicht zu tun, was Er möchte? Nein, das dürfen wir nicht. Doch Gott muss warten, bis wir beten, bevor Er tun kann, was Er möchte. Zur Zeit Ahabs kam das Wort des HERRN klar zu Elia: „Ich will Regen geben auf den Erdboden.“ Doch Elia musste beten, bevor Gott den Regen senden wollte (1.Kön. 18:1, 41-45). Gott wird Seinen Willen nicht allein ausführen, sondern Er muss warten, bis wir beten, bevor Er Seinen Willen ausführt. Was ist Gebet? Es ist zuerst für Gott, der einen Willen hat und zweitens dafür, dass wir diesen Willen berühren und für ihn beten und drittens dafür, dass Gott unser Gebet erhört, wenn wir beten.

Viele Menschen haben die falsche Vorstellung, dass der Grund für das Gebet des Menschen zu Gott sei, etwas zu veranlassen und Gott zu bitten, etwas zu tun. Doch die Bibel zeigt uns, dass Gott zuerst einen Willen hat und etwas tun möchte. Danach zeigt Er uns Seinen Willen, und dann sprechen wir mit unserem Mund den Willen aus, den wir verstanden haben. Dies ist Gebet. Der Herr lehrte uns zu beten. Gott selbst möchte, dass Sein Name geheiligt werde. Er selbst möchte, dass Sein Reich komme, und Er selbst möchte, dass Sein Wille auf Erden getan wird. Doch Gott wird diese Dinge nicht allein tun, sondern Er wartet darauf, dass die Gemeinde betet. Wenn du betest, bete ich, und alle Kinder Gottes beten; und wenn die Gebete zahlreich genug sind, wird Sein Name geheiligt, Sein Reich wird kommen, und Sein Wille wird auf Erden getan, wie er im Himmel getan wird. Gottes Kinder müssen lernen, Gebete dieser Art zu beten. Wir müssen uns allezeit daran erinnern, was Gott möchte, und was Er tun möchte. Obwohl Gott beschlossen hat, etwas zu tun, wird Er es nicht tun, denn Er muss warten, bis Seine Kinder willig und motiviert sind, Seinen Willen durch ihr Gebet zum Ausdruck zu bringen, bevor Er ihr Gebet erhören wird. Obwohl die höchste Erfüllung dessen, dass Sein Name geheiligt wird, Sein Reich kommt und Sein Wille auf Erden getan wird, erst im Tausendjährigen Reich geschehen wird, so hängt doch der Zeitpunkt, ob es früher oder später kommen wird, von dem Gebet Seiner Kinder ab. Das grundlegende Prinzip ist jedoch, dass Gott nach Seinem Vorsatz nichts allein tun möchte; Er wird vielmehr darauf warten, dass Seine Kinder auf Erden beten, bevor Er irgendetwas tut.

Einige Dinge im Willen Gottes können nur als „Verschiedenes“ angesehen werden. Aber Gott hat einen sehr großen Willen, und hierin ist „Verschiedenes“ ebenfalls eingeschlossen. Richten wir unsere Aufmerksamkeit auf den großen Willen Gottes, dann wird all das „Verschiedene“ ebenfalls erfüllt. Gott hat Seinen Willen im Himmel, und Sein Geist übermittelt uns diesen. Darauf können wir mit dem Ruf als Echo antworten: „Gott, wir bitten, dass Du dies erfüllst.“ Wenn dies geschieht, erfüllt Gott Seinen Willen. Dies ist das Prinzip des Gebetes, wie es in der Bibel offenbart wird. Denn Gottes Vorangehen wird von unserem Gebet auf Erden beeinf lusst. Daher müssen wir Gott bitten, unsere Augen zu öffnen, damit wir sehen können, dass das Vorangehen im Himmel von unserem Gebet auf Erden beeinflusst wird. Unser Herr hat uns dieses Geheimnis offenbart, das seit den Zeitaltern verborgen war. Geschwister, wenn wir willig sind, ein Opfer zu bringen, sowie eine Zeit zum Beten abzusondern, werden wir sehen, dass ein Gebet dieser Art nicht nur Gottes Erhörung, sondern auch eine Belohnung empfängt.

Gottes Wille ist wie ein Strom, und unser Gebet ist wie ein Kanal. Ist unser Gebet groß, dann wird die Erfüllung unseres Gebetes ebenfalls groß sein. Ist unser Gebet begrenzt, dann ist auch die Erfüllung unseres Gebetes begrenzt. Die Erweckung in Wales in den Jahren 1903 bis 1904 war die größte Erweckung in der Kirchengeschichte. Gott bewirkte diese große Erweckung durch einen Bergmann, Evan Roberts. Er hatte keine besondere Ausbildung genossen, doch seine Gebete waren tiefgründig. Später betätigte er sich sieben oder acht Jahre lang in keinem öffentlichen Werk mehr. Ein Bruder fragte ihn: „Was hast du denn in all diesen Jahren getan?“ Er antwortete nur mit einem kurzen Satz: „Ich betete das Gebet des Reiches.“ Geschwister, wenn es kein Gebet gibt, wird das Reich nicht kommen. Wenn die Kanäle blockiert sind, kann das Wasser nicht durchf ließen. Als der Herr uns beten lehrte, offenbarte Er Gottes Denken und Seine Forderung an uns. Immer, wenn Gottes Kinder ihren Willen in Harmonie mit Gottes Willen bringen, wird Gottes Name geheiligt, Sein Reich wird sicherlich kommen, und Sein Wille wird in der Tat auf Erden geschehen wie im Himmel.

DREI DINGE, DIE MAN FÜR SICH SELBST ERBITTET

Der zweite Abschnitt handelt von drei Dingen, die man für sich selbst erbittet.

Das Erste: „Unser tägliches Brot gib uns heute“

Wenn einige dies lesen, verstehen sie nicht, warum der Herr sich plötzlich vom Namen Gottes, Seinem Reich und Seinem Willen zu unserem täglichen Brot wendet. Ist das nicht ein großer Schritt zurück, wenn man sich von einem so hohen Gebet zu solch niedrigen Dingen wendet? Geschwister, es gibt einen Grund dafür. Wenn ein wahrer Mann Gottes beständig für Seinen Namen, für Sein Reich und Seinen Willen betet, kümmert sich der Herr um diesen Menschen. Ist das Gebet von Bedeutung, dann wird der Betende jedoch sicherlich den Angriff Satans erregen. Daher ist unser Brot etwas, wofür wir beten müssen. Brot ist das unmittelbare Bedürfnis des Menschen. Es stellt jedoch auch eine große Versuchung dar; denn fällt ein Mensch in eine Situation, in der das tägliche Brot zu einem Problem wird, bef indet er sich in einer großen Prüfung. Einerseits beten wir dafür, dass Sein Name geheiligt werde, Sein Reich komme und Sein Wille auf Erden geschehe, doch andererseits leben wir als Menschen noch immer auf Erden und brauchen unser tägliches Brot. Satan weiß dies auch. Aus diesem Grund besteht die Notwendigkeit für schützende Gebete. Dies ist das Gebet eines Christen für sein eigenes Bedürfnis; er muss für den Schutz des Herrn beten. Sonst bringt er einerseits vielleicht ein erhabenes Gebet dar, während er andererseits angegriffen wird. Und Satan kann wirklich angreifen. Wenn wir an Brot Mangel leiden, werden wir angegriffen, und unser Gebet wird beeinf lusst. Daher müssen wir die Notwendigkeit dieses Gebetes sehen; denn wir sind immer noch Menschen auf Erden, und unser Leib braucht Brot. Daher müssen wir Gott bitten, uns unser Brot zu geben.

Dieses Gebet zeigt uns auch, dass wir auf Gott schauen und jeden Tag zu Ihm beten müssen. Der Herr lehrt uns zu beten: „Unser tägliches Brot gib uns heute.“ Wir beten nicht wöchentlich, sondern täglich. Auf Erden haben wir keine Unterstützung und keine Ersparnisse. Zu einem gewissen Ausmaß können wir nicht für das wöchentliche Brot oder für das monatliche Brot beten; vielmehr müssen wir für das Brot heute beten. Welch ein Vertrauen auf Gott ist hier erforderlich! Der Herr ist sich unserer täglichen Bedürfnisse wohl bewusst, und Er sagt uns nicht, dass wir es vergessen sollten, für diese zu beten; vielmehr trägt Er uns auf, täglich zu beten. Eigentlich weiß der Vater ja schon, was wir brauchen. Doch der Herr möchte, dass wir Gott Tag für Tag um unser Brot bitten sollen, weil Er möchte, dass wir lernen sollen, Tag für Tag auf den Vater zu schauen; denn Er möchte, dass wir Tag für Tag unseren Glauben üben. Oft breiten wir unsere Sorgen zu weit in die Zukunft aus und dehnen auch unser Gebet zu sehr in die Zukunft aus. Geschwister, wenn wir ein starkes Verlangen empfinden, für Seinen Namen, für Sein Reich und Seinen Willen zu sein, werden wir große Schwierigkeiten und Not erleiden. Doch wenn Gott uns unser tägliches Brot gibt, werden wir erst für das morgige Brot beten müssen, wenn der Morgen gekommen ist. Geschwister, sorgt euch nicht um Morgen; jeder Tag hat an seinem Übel genug (Mt. 6:31-34).

Das Zweite: „Vergib uns unsere Schulden, wie auch wir unseren Schuldnern vergeben haben“

Einerseits gibt es die Forderung nach unseren materiellen Bedürfnissen; andererseits besteht die Forderung nach einem guten Gewissen. Tag für Tag begehen wir Verstöße gegen Gott; in vielen Dingen haben wir vielleicht nicht gesündigt, aber wir haben Schulden gemacht. Das nicht getan zu haben, was wir hätten tun sollen, heißt Schulden machen. Das nicht gesagt zu haben, was wir hätten sagen sollen, heißt Schulden machen. Daher ist es nicht einfach für uns, vor Gott ein gutes Gewissen zu bewahren. Jeden Abend, wenn wir zu Bett gehen, erkennen wir, dass wir viele Verstöße gegen Gott verübt haben. Vielleicht sind es keine Sünden, aber es handelt sich doch um Schulden. Daher müssen wir Gott bitten, uns zu vergeben und unsere Schulden zu vergeben, damit wir ein gutes Gewissen haben können. Das ist sehr wichtig. Unsere Schulden vergeben zu haben ist wie unsere Sünden vergeben zu haben; dies brauchen wir, damit wir ein gutes Gewissen haben und in Kühnheit vor Gott leben können. Viele Geschwister haben die Erfahrung, dass ihr Glaube verschwunden ist, sobald ihr Gewissen ein Leck hat. In unserem Gewissen dürfen wir kein Leck haben. Im Hinblick auf den Glauben und ein gutes Gewissen sagte Paulus, dass einige diese „von sich gestoßen und so im Hinblick auf den Glauben Schiffbruch erlitten haben“ (1.Tim. 1:19). Das Gewissen ist wie ein Schiff; es darf unter keinen Umständen Löcher haben. Wenn das Gewissen einmal ein Loch hat, läuft der Glaube aus. Das Gewissen darf keine Schulden haben. Es darf keine Verstöße anhäufen. Befindet sich in ihm jedoch irgendein Verstoß, dann wird es ein Loch aufweisen, und das erste, was ausläuft, ist unser Glaube. Wenn das Gewissen ein Loch hat, kann man nicht glauben, selbst wenn man es versucht. Erhebt sich daher im Gewissen Verurteilung, dann wird der Glaube auslaufen. Geschwister, um ein gutes Gewissen zu bewahren, müssen wir daher Gott bitten, uns unsere Schulden zu vergeben. Das ist entscheidend. Dieses Vergeben unserer Schuld hat zwar nichts damit zu tun, dass wir ewiges Leben empfangen, doch es hat mit unserer Gemeinschaft und mit der Züchtigung Gottes zu tun. Wir müssen Gott bitten, unsere Schulden zu vergeben, wie wir unseren Schuldnern vergeben haben. Wenn jemand anderen Geschwistern gegenüber nachtragend ist und ihre Verstöße gegen ihn nicht vergisst, kann er Gott nicht bitten, seine Schulden zu vergeben. Eine engstirnige Person, die allezeit nur darauf achtet, wie andere sie beleidigen, verletzen und schlecht behandeln, kann ein solches Gebet vor Gott auch nicht beten. Jemand muss ein vergebendes Herz haben, bevor er den Vater kühn bitten kann: „Vergib uns unsere Schulden, wie auch wir unseren Schuldnern vergeben haben.“ Man kann nicht seinen Schuldner zur Verantwortung ziehen und zur gleichen Zeit Gott bitten, seine eigenen Schulden zu vergeben. Haben wir unseren Schuldnern nicht vergeben, wie können wir dann unseren Mund öffnen und Gott bitten, unsere Schulden zu vergeben? Geschwister, wenn wir von jemand nichts empfangen haben, und von daher eine Unzufriedenheit in unserem Herzen hegen, sowie die Beleidigungen aufrechnen, die uns andere angetan haben – wie können wir dann ein solches Gebet zum Vater beten? Geschwister, wie unsere Verstöße vor Gott vergeben werden müssen, so müssen auch wir die Beleidigungen anderer gegen uns vergeben. Zuerst müssen wir die Schulden anderer vergeben, bevor wir kühn zum Vater beten können: „Vergib uns unsere Schulden, wie auch wir unseren Schuldnern vergeben haben.“

Hier müssen wir einem bestimmten Sachverhalt unsere Aufmerksamkeit widmen: Die Bibel sagt uns jedoch nicht nur etwas über unsere Beziehung zum Vater, sondern auch über unsere Beziehung zueinander als Geschwister. Wenn sich ein Bruder nur an seine Beziehung zu Gott erinnert und seine Beziehung zu anderen Geschwistern vergisst und annimmt, dass zwischen ihm und Gott alles in Ordnung sei, so betrügt er sich selbst. Geschwister, überseht niemals eure Beziehung zu den Geschwistern. Wenn es zwischen dir und einem anderen Bruder oder einer anderen Schwester eine Barriere gibt, wirst du sofort den Segen Gottes verlieren. Gibt es etwas, das du einem Bruder oder einer Schwester tun solltest, oder gibt es etwas, das du ihnen sagen solltest und noch nicht getan hast, dann hast du vielleicht nicht gesündigt, aber du bist in Schulden gekommen. Denke nicht, dass alles in Ordnung wäre, nur weil du nicht gesündigt hast, vielmehr musst du auch ohne Schulden sein. Schuldet dir außerdem ein Bruder oder eine Schwester etwas, und du vergisst es nicht, dann vergibst du ihre Schulden nicht. Dies wird ebenso verhindern, dass Gott dir vergibt, denn Gott wird mit dir so umgehen, wie du mit den Geschwistern umgehst. Vergisst du ihre Schulden nicht, sondern rechnest weiterhin auf und beklagst dich, dann bist du sehr betrogen, wenn du denkst, Gott hätte dir deine Schulden vergeben. Denn der Herr lehrt uns klar zu beten: „Vergib uns unsere Schulden, wie auch wir unseren Schuldnern vergeben haben.“ Wir müssen auf die Worte achten „wie auch wir … vergeben haben.“ Wenn es die Worte „vergeben haben“ nicht gäbe, wäre es unmöglich, das Wort „wie“ zu benutzen. Haben wir nämlich unseren Schuldnern nicht vergeben, dann werden unsere Schulden vor Gott in Erinnerung gerufen. Haben wir jedoch ihre Schulden von unserem Herzen weggenommen und nichts zurückbehalten, können wir kühn vor Gott treten und sagen: „Vergib uns unsere Schulden, wie auch wir unseren Schuldnern vergeben haben.“ Gott muss uns vergeben. Geschwister, wir müssen unseren Schuldnern gründlich vergeben, sonst bewirkt dies, dass uns vor Gott nicht vergeben wird.

Das Dritte: „Führe uns nicht in Versuchung, sondern errette uns von dem Bösen“

Der erste Teil spricht von unseren materiellen Bedürfnissen und der zweite Teil von unserer Beziehung zu den Geschwistern. Dieser Teil spricht von unserer Beziehung zu Satan. „Führe uns nicht in Versuchung.“ Dies ist die negative Bitte. „Sondern erlöse uns von dem Bösen.“ Dies ist die positive Bitte. Wenn wir für Gott auf Erden leben und ein starkes Verlangen haben, für Seinen Namen, Sein Reich und Seinen Willen zu sein, haben wir einerseits materielle Bedürfnisse, und wir müssen um unser tägliches Brot bitten. Andererseits muss unser Gewissen rein und vor Gott ohne Anstöße sein; Er muss uns unsere Schulden vergeben. Doch es gibt noch etwas anderes. Wir brauchen auch Frieden; und dazu müssen wir Gott bitten, uns aus den Händen Satans zu befreien. Geschwister, je mehr wir den Weg des Reiches der Himmel einschlagen, desto größer werden die Versuchungen sein. Was sollen wir dann tun? Wir können beten und Gott bitten: „Führe uns nicht in Versuchung.“ Geschwister, wir dürfen nicht so sehr auf uns selbst vertrauen und eine Versuchung gering schätzen. Da der Herr unser Gebet möchte, sollten wir beten, dass Gott uns nicht in Versuchung führt. Wir wissen zwar nicht, wann die Versuchung kommen wird, doch wir können im Voraus beten, dass wir nicht in Versuchung geführt werden. Dieses Gebet dient zu unserem Schutz. Wir warten nicht jeden Tag darauf, dass eine Versuchung kommt, sondern vielmehr beten wir jeden Tag, dass keine Versuchung kommt. Wir sollten bitten, dass uns nur das begegnet, was Gott zulässt; und dass uns nichts zustößt, was der Herr nicht erlaubt und zulässt. Wenn wir nicht auf diese Weise beten, werden wir nicht in der Lage sein, auch nur einen Augenblick der Versuchung zu widerstehen; wir werden nicht in der Lage sein, irgendetwas zu vollbringen. Daher müssen wir den Herrn bitten, uns nicht in Versuchung zu führen, nicht zu erlauben, dass wir jemand treffen, den wir nicht treffen sollten oder dass uns etwas begegnet, das uns nicht begegnen sollte. Dies ist ein schützendes Gebet. Geschwister, wir müssen beten, dass Gott uns schützt, uns mit unserem täglichen Brot versorgt, unser Gewissen rein ist, und wir keiner Versuchung begegnen. In allem müssen wir den Herrn bitten, uns nicht in Versuchung zu führen. Wir sollten dafür beten, dass uns nichts begegnet, was der Herr nicht erlaubt hat. Täglich müssen wir Gott bitten, uns vor Versuchung zu bewahren.

Wir müssen Gott nicht nur bitten, uns nicht in Versuchung zu führen, sondern wir müssen Ihn auch bitten: „Errette uns von dem Bösen.“ Dies ist ein positives Gebet. Wo Satan auch immer seine Hand im Spiel haben mag, wir müssen den Herrn bitten, uns von dem Bösen zu erretten. Was unser tägliches Brot, die Verdammnis in unserem Gewissen oder irgendeine Versuchung betrifft, so müssen wir den Herrn bitten, uns von dem Bösen zu erretten. Mit anderen Worten beten wir, dass wir in nichts in die Hand des Bösen fallen. Beim Lesen von Matthäus 8 und 9 finden wir, dass die Hände Satans über das hinausgehen, was wir erwarten und wissen. Sie sind zum Beispiel hinter dem Fieber verborgen, das plötzlich eine Person befällt (8:14) und hinter dem Sturm, der sich plötzlich im Meer erhebt (8:24). Sie bewirken, dass sich die Dämonen an die Menschen heften und die Schweine ertränken (8:28-32). Sie wirken im Herzen des Menschen und bewirken, dass er den Herrn abweist und sich Ihm ohne irgendeinen Grund widersetzt (9:3, 11). Kurz gesagt ist Satan unterwegs, um den Menschen zu schädigen und ihm Leiden zu verursachen. Daher müssen wir beten, dass wir von dem Bösen errettet werden.

Das dreifache Verlangen im Hinblick auf Gott ist ein grundlegendes Gebet, und die drei Bitten für uns selbst sind schützende Gebete. Wir bitten den Herrn um unser tägliches Brot nicht nur, weil wir essen möchten; wir bitten um ein Gewissen ohne Anstoß nicht nur, um ein gutes Gewissen zu haben; und wir bitten den Herrn, uns von dem Bösen zu erretten nicht nur, weil wir von dem Schaden des Bösen befreit sein wollen. Sondern wir beten um all diese Dinge, um länger auf Erden zu leben, um das Werk des Gebetes auszuführen, damit der Name des Vaters geheiligt werde, Sein Reich komme und Sein Wille auf Erden geschehe wie im Himmel.

DREI DINGE, FÜR DIE ER GEPRIESEN WIRD

Schließlich lehrte uns der Herr, für drei Dinge zu lobpreisen: „Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.“ Dieser Lobpreis sagt uns, das Reich gehört dem Vater, die Kraft gehört dem Vater, und auch die Herrlichkeit gehört dem Vater. Die drei Dinge, wofür wir preisen, haben mit der Erlösung vom Bösen zu tun; sie beziehen sich aber auch auf das ganze Gebet, das der Herr lehrte. Wir beten, dass der Herr uns von dem Bösen errettet, weil das Reich dem Vater gehört und nicht Satan, weil die Kraft dem Vater gehört und nicht Satan, und weil die Herrlichkeit dem Vater gehört und nicht Satan. Dies ist der Hauptpunkt: Weil das Reich dem Vater gehört, sollten wir nicht in die Hand Satans fallen; weil die Kraft dem Vater gehört, sollten wir nicht in die Hand Satans fallen, und weil auch die Herrlichkeit dem Vater gehört, sollten wir nicht in die Hand Satans fallen. Dies ist eigentlich der bedeutsame Grund, dass wir nicht in die Hand Satans fallen sollen. Wie können wir denn den Vater noch verherrlichen, wenn wir in die Hand Satans fallen? Wenn der Vater über uns Vollmacht haben soll, darf Satan keine Macht über uns haben. Da das Reich der Himmel dem Vater gehört, können und sollten wir nicht in Satans Hand fallen.

Was die Vollmacht betrifft, sollen wir uns an das Wort des Herrn erinnern, als Er sagte: „Siehe, Ich habe euch die Vollmacht gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten, und über die ganze Kraft des Feindes, und nichts soll euch schaden“ (Lk. 10:19). Dieser Vers besagt, dass die Vollmacht, die Er gibt, uns in die Lage versetzt, alle Macht des Feindes zu überwinden. Mit der Vollmacht ist auch Kraft verbunden. Der Herr möchte, dass wir wissen, mit dem Reich ist Vollmacht verbunden; und hinter der Vollmacht steht die Kraft zu herrschen. Das Reich gehört Gott und nicht Satan; die Vollmacht gehört Gott und nicht Satan. Folglich gehört alle Kraft Gott und nicht Satan. Natürlich gehört auch die Herrlichkeit Gott und nicht Satan. Da das Reich, die Kraft und die Herrlichkeit Gott gehören, sollten diejenigen, die Gott gehören, alle Versuchungen überwinden und aus der Hand Satans befreit werden.

Im Neuen Testament bezeichnet der Name des Herrn Vollmacht, während der Heilige Geist Kraft bezeichnet. Alle Vollmacht liegt im Namen des Herrn, während alle Kraft im Heiligen Geist ist; denn der Heilige Geist ist die Kraft Gottes. Das Reich bezeichnet die Herrschaft des Himmels und die Vollmacht Gottes, während die Kraft darauf hinweist, dass alle Kraft im Heiligen Geist liegt. Wenn Gott sich bewegt, wird der Heilige Geist zu Seiner Kraft. Da das Reich Gott gehört, kann Satan nirgends seine Herrschaft ausüben. Da die Kraft dem Heiligen Geist gehört, kann Satan in keiner Weise den Heiligen Geist berühren. In Matthäus 12:28 heißt es, jedes Mal, wenn die Dämonen mit dem Heiligen Geist in Berührung kamen, wurden sie ausgetrieben. Schließlich gehört auch die Herrlichkeit Gott. Daher können wir erklären und laut preisen: „Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.“

Der Herr lehrte uns, auf diese Weise zu beten. Dies bedeutet nicht, dass wir dieses Gebet als eine rituelle Zeremonie rezitieren sollen, sondern nach diesem Vorbild sollten wir beten. Alle Gebete sollten diesem Vorbild folgen. Im Hinblick auf Gott ist unser Verlangen, dass Sein Name geheiligt werde, Sein Reich komme, und Sein Wille so auf Erden geschehe wie im Himmel. Im Hinblick auf uns bitten wir, dass Gott uns beschützen möge; und was unseren Lobpreis betrifft, so ist dieser auf der Tatsache begründet, dass das Reich, die Kraft und die Herrlichkeit Ihm gehören. Daher sollte Sein Name geheiligt werden, Sein Reich sollte kommen, und Sein Wille sollte auf Erden so geschehen wie im Himmel. Weil das Reich, die Kraft und die Herrlichkeit Ihm gehören, beten wir zu Ihm im Hinblick auf unser tägliches Brot, unsere Schulden, unsere Versuchung und den Bösen. Jedes Gebet sollte dieses Gebet als Vorbild haben. Einige sagten, dieses Gebet sei nicht für Christen, weil es nicht mit den Worten „im Namen des Herrn“ endet. Dies ist jedoch töricht. Das Gebet, welches der Herr lehrt, ist ja keine Beschwörungsformel, die wir beten. Welches Gebet im Neuen Testament endet denn mit den Worten „im Namen des Herrn“? Als die Jünger im Boot waren und riefen: „Herr, rette uns, wir kommen um“ (Mt. 8:25), endeten sie mit den Worten „im Namen des Herrn“? Der Herr lehrte uns nicht, diese Worte zu sagen, sondern Er lehrte uns, nach dem obigen Prinzip zu beten. Er lehrte uns die Art und Weise, wie wir beten sollen; Er sagte uns jedoch nicht, unbedingt mit diesen Worten zu beten.

DIE WICHTIGKEIT, DIE VERGEHUNGEN ANDERER ZU VERGEBEN

Nachdem der Herr Seine Lehre über das Gebet beendigt hatte, fuhr Er fort und sagte: „Denn wenn ihr den Menschen ihre Vergehungen vergebt, so wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben; wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euer Vater eure Vergehungen auch nicht vergeben.“ Dies ist die Auslegung des Herrn von Vers 12, welcher heißt: „Vergib uns unsere Schulden, wie auch wir unseren Schuldnern vergeben haben.“ Es ist einfach für Christen, darin zu versagen, anderen zu vergeben. Wenn unter den Kindern Gottes keine Bereitschaft zur Vergebung besteht, laufen alle Lektionen, aller Glaube und alle Kraft aus. Aus diesem Grund ist der Herr so stark und klar. Dies ist zwar ein einfaches Wort, doch Gottes Kinder brauchen dieses Wort: „Denn wenn ihr den Menschen ihre Vergehungen vergebt, so wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben.“ Es ist so einfach für uns, die Vergebung des Vaters zu empfangen; ihr müsst jedoch bedenken: „Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird auch euer Vater eure Vergehungen nicht vergeben.“ Es gibt so etwas nicht wie eine achtlose Vergebung. Dieses Wort ist zwar einfach, doch die Tatsache ist nicht so einfach. Wenn wir anderen zwar mit dem Mund, aber nicht in unserem Herzen vergeben, dann ist das in den Augen des Vaters keine Vergebung. Denn Vergebung, welche nur in Worten besteht, ist vergeblich, betrügerisch und zählt vor dem Vater nicht. Daher müssen wir die Vergehungen anderer von Herzen vergeben. Wie die Jünger dieses Wort des Herrn brauchten, so brauchen auch wir das gleiche Wort. Denn sind die Christen unversöhnlich und vergeben sie anderen nicht von Herzen, wird die Gemeinde in Probleme geraten. Haben wir aber keine Absicht, uns wie die Gemeinde zu verhalten, und will jeder von uns seinen eigenen Weg gehen, dann brauchen wir einander nicht zu vergeben, wenn wir in einem einzelnen Wort nicht übereinstimmen. Doch der Herr weiß, wie entscheidend dies für uns ist. Daher betonte Er es am Ende des Gebetes noch einmal. Denn der Herr weiß, je mehr wir uns miteinander austauschen und Gemeinschaft haben, desto mehr müssen wir einander vergeben – Er weiß, wie entscheidend dies ist, und daher musste Er unsere Aufmerksamkeit darauf lenken. Vergeben wir einander nicht, dann wird es für uns einfach sein, dem Teufel Raum zu geben. Können wir jedoch einander nicht vergeben, dann sind wir keine Menschen des Reiches, und wir können das Werk des Reiches nicht vollbringen. Jemand, der nicht vergibt, kann am Werk des Reiches nicht teilhaben; und jemand, der nicht vergibt, kann keine Person im Reich sein. Entwickelt sich ein Problem zwischen uns und den Geschwistern, dann entwickelt sich ein Problem zwischen uns und dem Herrn. Wir können nicht einerseits zum Herrn beten und andererseits nicht vergeben. Geschwister, dies ist sehr wichtig, und wir müssen dem unsere Aufmerksamkeit widmen, auf das der Herr seine Aufmerksamkeit richtet. Daher müssen wir anderen ihre Vergehungen vergeben.

Schließlich sollten wir bemerken, wie sehr sich der Herr um das Gebet kümmert. Es gibt nur vier Verse, die über das Almosengeben reden; über das Fasten gibt es nur drei Verse. Doch über das Gebet spricht Er auf betonte Weise, weil das Gebet mit Gott zu tun hat. Das Gebet ist das wichtigste Werk eines Christen. Der Herr zeigt uns, dass es für das Gebet eine Belohnung gibt, weil es von umfassender Bedeutung und über die Maßen wichtig ist. Diejenigen, die diesem Werk des Gebetes treu sind, werden eine Belohnung empfangen, und diejenigen, welche dieses Werk im Geheimen fortsetzen und ihm ihre Aufmerksamkeit widmen, werden nicht ohne Belohnung bleiben. Möge Gott solche erwecken, die für das Werk des Herrn beten.

Außerdem benutzt das Gebet, welches der Herr lehrte, immer „wir“ und „uns.“ Dies ist die Form der Anrede, die von der Gemeinde benutzt wird. Somit ist dies ein Gebet, das mit einer Empfindung des Leibes erfüllt ist. Es ist ein gewaltiges Gebet; ich weiß nicht, wie viele Heilige es auf Erden gibt, welche dieses Gebet beten können. Geschwister, mögen wir uns auf frische Weise für dieses große Gebet weihen. Im Laufe der Zeitalter sind zahllose Heilige zu einem Teil dieses großen Gebetes geworden. Möge der Herr uns barmherzig sein, dass wir ebenfalls einen Anteil an diesem großen Gebet haben können.

Der Gebetsdienst der Gemeinde, Kap. 1, S. 29-51)

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