DAS GEBET DER VOLLMACHT

Schriftlesung: Mt. 18:18-19; Mk. 11:23-24; Eph. 1:20-22; 2:6; 6:12-13, 18-19

Die Bibel enthält ein Gebet, das in höchstem Maße erhaben und geistlich ist. Doch nur wenige Menschen beten dieses Gebet, und nur wenige widmen ihm ihre Aufmerksamkeit. Was ist dieses Gebet? Es ist das „Gebet der Vollmacht.“ Wir wissen, dass es Gebete des Lobpreises, Gebete der Danksagung, bittende Gebete und bettelnde Gebete gibt. Doch nur wenige von uns wissen, dass es auch ein Gebet der Vollmacht gibt. Ein Gebet der Vollmacht ist ein befehlendes Gebet. Dies ist das entscheidendste und geistlichste Gebet in der Bibel. Das Gebet dieser Art ist ein Zeichen der Autorität und eine Erklärung der Vollmacht.

Geschwister, wenn ihr Menschen des Gebetes sein wollt, müsst ihr lernen, mit Vollmacht zu beten. Ein Gebet dieser Art wird vom Herrn in Matthäus 18:18 beschrieben: „Wenn ihr etwas auf der Erde bindet, wird es im Himmel gebunden sein, und wenn ihr etwas auf der Erde löst, wird es im Himmel gelöst sein.“ In diesem Vers gibt es somit ein bindendes und ein lösendes Gebet. Das Vorangehen im Himmel ist von dem Vorangehen auf Erden abhängig. Der Himmel hört auf die Erde und gehorcht dem Befehl der Erde. Alles, was die Erde bindet, wird im Himmel gebunden sein, und alles, was die Erde löst, wird im Himmel gelöst sein. Die Erde betet nicht, sondern sie bindet und löst. Dies heißt, mit Vollmacht zu beten.

In Jesaja 45:11 steht die Wendung: „Gebt Mir Befehl!“ Wie können wir denn Gott befehlen? Dies erscheint zu anmaßend; doch es ist Gottes eigenes Wort. Wir können das Fleisch zwar nicht entschuldigen, aber dies zeigt uns ein befehlendes Gebet, ein Gebet in der Form einer Anordnung. Was Gott betrifft, so können wir Ihm danach einen Auftrag und einen Befehl erteilen. Jedermann, der danach trachtet, beten zu lernen, muss diese Art Gebet lernen.

Wir können auch die Geschichte in 2. Mose 14 betrachten. Als Mose die Israeliten aus Ägypten zum Roten Meer gebracht hatte, entstanden Schwierigkeiten. Vor ihnen befand sich das Rote Meer, und hinter ihnen waren die Heerscharen der Ägypter. So waren sie zwischen zwei Gefahren für ihr Leben gefangen. Als die Israeliten die Ägypter herankommen sahen, fürchteten sie sich. Einerseits flehten sie den Herrn an, doch andererseits murrten sie gegen Mose. Was aber tat Mose? Von der Antwort Gottes wissen wir, dass Mose inständig f lehte. Denn Gott sprach zu Mose: „Was schreist du zu Mir? Befiehl den Söhnen Israel, dass sie aufbrechen! Du aber erhebe deinen Stab und strecke deine Hand über das Meer aus und spalte es, damit die Söhne Israel auf trockenem Land mitten in das Meer hineingehen“ (V. 15-16). Der Stab, welchen Gott Mose gab, war ein Symbol Seiner Vollmacht. Er sagte damit zu Mose, dass er mit Vollmacht beten könnte. Es wäre nicht notwendig, zu Ihm zu schreien. Wenn es das befehlende Gebet gäbe, würde Er Sein Werk ausführen. Dann lernte Mose; und schließlich hatte er gelernt, mit Vollmacht zu beten, das heißt, das befehlende Gebet zu beten.

An welchem Punkt begann denn diese Art befehlendes Gebet für die Christen?

Das Gebet dieser Art begann zu der Zeit, als der Herr in die Himmel auffuhr. Die Auffahrt hat sehr viel mit unserem christlichen Leben zu tun. Wie hängen diese beiden zusammen? Die Auffahrt macht uns siegreich. Der Tod Christi rechnete mit der alten Schöpfung in Adam ab, während die Auferstehung uns in die neue Schöpfung hineinbrachte. Die Auffahrt sicherte uns auch eine neue Position vor Satan, aber keine neue Position vor Gott. Durch die Auferstehung des Herrn wurde uns vor Gott eine neue Position erwirkt, während uns durch Seine Auffahrt vor Satan eine neue Position gesichert wurde. In Epheser 1:20-22 heißt es, dass Gott Christus nach Seiner Auffahrt zu Seiner rechten Hand „gesetzt hat, hoch über jede Gewalt und Macht und Kraft und Herrschaft und jeden Namen, der nicht nur in diesem Zeitalter, sondern auch in dem zukünftigen genannt werden wird.“ Weiterhin heißt es von Gott: „Und alles hat Er Seinen Füßen unterworfen.“ Als Christus auffuhr, öffnete Er einen Weg durch „die Luft“ in die Himmel. Von diesem Tag an ist Seine Gemeinde in der Lage, von der Erde in die Himmel zu gelangen. Wir wissen, dass die geistlichen Feinde „in der Luft“ wohnen. Doch heute ist Christus in die Himmel aufgefahren. Nun ist ein Weg von der Erde in die Himmel geöffnet. Dieser Weg war ursprünglich von Satan versperrt, doch nun hat Christus einen Weg in die Himmel geöffnet und ist weit über jede Regierung, Autorität, Macht, Herrschaft und jeden Namen gestiegen, der genannt werden mag, und zwar nicht nur in diesem Zeitalter, sondern auch in dem kommenden. Dies ist die Position, die Christus heute innehat. Mit anderen Worten hat Gott Satan und seine Untertanen den Füßen Christi unterworfen; alle Dinge sind unter Seinen Füßen.

Es gibt einen Unterschied zwischen der Bedeutung der Auffahrt und der Bedeutung des Todes und der Auferstehung. Tod und Auferstehung sind für die Erlösung, während die Auffahrt für die Kriegführung ist; das heißt, nun das zu vollstrecken, was der Tod und die Auferstehung vollbracht haben. Die Auffahrt macht es möglich, die neue Position handgreif lich und offenbar zu machen. Dem Herrn sei Dank, dass es in Epheser 2:6 heißt: „Er hat uns mitauferweckt und mitsitzen lassen in den Himmeln in Christus Jesus.“ Geschwister, haben wir gesehen, was Gott für uns getan hat? In Kapitel eins fuhr Christus auf, und zwar weit über jede Gewalt und Macht und Kraft und Herrschaft und jeden Namen, der nicht nur in diesem Zeitalter, sondern auch in dem zukünftigen genannt werden wird. In Kapitel zwei sind wir mit Ihm in den Himmeln niedergesetzt. Dies bedeutet, dass auch die Gemeinde weit über alle Gewalt und Macht und Kraft und Herrschaft und jeden Namen gestiegen ist, der nicht nur in diesem Zeitalter, sondern auch in dem zukünftigen genannt werden wird. Gott sei Dank, dass dies eine Tatsache ist. Wie Christus über alle Dinge aufgefahren ist, so ist auch die Gemeinde über alle Dinge aufgefahren. Wie der Herr über alle geistlichen Feinde gestiegen ist, so ist auch die Gemeinde über alle geistlichen Feinde hinübergestiegen. Wie alle geistlichen Feinde von der Auffahrt des Herrn überwunden wurden, so hat sie auch die Gemeinde überwunden, indem sie mit Christus in Seiner Auffahrt verbunden ist. Daher sind alle geistlichen Feinde unter den Füßen der Gemeinde.

Wir müssen Epheser 1, 2 und 6 unsere Aufmerksamkeit widmen. Kapitel eins zeigt uns die Position Christi, Kapitel zwei die Position der Gemeinde in Christus, und Kapitel sechs zeigt uns, was die Gemeinde tun sollte, nachdem sie ihre Position in Christus eingenommen hat. Kapitel eins handelt von Christus in den Himmeln, Kapitel zwei handelt von der Gemeinde, die zusammen mit Christus in den Himmeln ist, und Kapitel sechs handelt vom geistlichen Krieg. Gott hat es getan, dass die Gemeinde zusammen mit Christus in den Himmeln sitzt. Doch sie sitzt dort nicht auf ewig, denn Gott bewirkt auch, dass sie aufsteht. Daher erwähnt Kapitel zwei das Sitzen, während Kapitel sechs das Stehen beschreibt; wir stehen in unserer Position in den Himmeln. „Denn unser Kampf ist … gegen die Gewalten, gegen die Mächte, gegen die Weltbeherrscher dieser Finsternis, gegen die geistlichen Mächte der Bosheit in den Himmeln … und, wenn ihr alles ausgerichtet habt, stehen könnt“ (Eph. 6:12-13). Unser Kampf ist gegen die Dämonen; daher ist es ein geistlicher Krieg.

In Epheser 6:18-19 heißt es: „Mit allem Gebet und Flehen betet zu jeder Zeit im Geist, und wachet hierzu in allem Anhalten und Flehen für alle Heiligen und auch für mich.“ Dies ist ein Gebet für geistliche Kriegführung. Ein Gebet dieser Art ist anders als irgendein gewöhnliches Gebet. Denn ein gewöhnliches Gebet wird von der Erde zum Himmel gerichtet. Doch dieses Gebet ist nicht von der Erde zum Himmel gerichtet, sondern es geht von einer himmlischen Position aus und wendet sich vom Himmel an die Erde. Ein Gebet mit Vollmacht hat den Himmel als Ausgangspunkt und die Erde als Ziel. Mit anderen Worten, ein Gebet mit Vollmacht wird vom Himmel zur Erde gebetet. Jeder, der weiß, wie man betet, weiß auch, was es heißt, aufwärts zu beten, und was es heißt, abwärts zu beten. Wenn jemand niemals das Gebet gelernt hat, das abwärts gebetet wird, dann hat er nie gelernt, mit Vollmacht zu beten. In der geistlichen Kriegführung ist das Gebet sehr wichtig, das abwärts gebetet wird. Was ist ein Gebet, das abwärts gebetet wird? Es heißt, in der Position zu stehen, welche uns Christus in den Himmeln verliehen hat, Satan mit Vollmacht zu gebieten und all seine Werke abzuweisen, sowie mit Autorität zu proklamieren, dass alle Gebote Gottes erfüllt werden sollen. Wenn wir für die Verwirklichung des Willens Gottes und für eine Entscheidung im Hinblick darauf beten, sollten wir nicht sagen: „Gott, ich bitte Dich, dies zu vollbringen.“ Vielmehr sollten wir sagen: „Gott, Du musst das tun. Du musst das erfüllen. Was auch immer geschieht, Du musst dieses Werk vollbringen.“ Dies ist ein befehlendes Gebet, ein Gebet mit Vollmacht.
Die Bedeutung des Wortes Amen ist nicht „so sei es“ oder „so möge es sein“, sondern „so wird es sein“ und „es wird sicherlich geschehen.“ Wenn du betest, und ich sage Amen, dann sage ich damit, dass sich die Dinge so ergeben, wie du betest. Die Ereignisse müssen auf diese Weise geschehen, und dein Gebet wird erhört. Dies ist ein befehlendes Gebet, ein Gebet als Gebieten, das aus dem Glauben kommt. Wir können dies sagen, weil wir einen himmlischen Stand haben. Als Christus in die Himmel auffuhr, wurden wir in diesen himmlischen Stand versetzt. Als Christus in die Himmel auffuhr, waren wir auch dort. Dies ist so, wie wenn man sagt, als Christus starb und auferstand, starben und auferstanden wir mit Ihm. Geschwister, wir müssen die himmlische Position der Gemeinde sehen. Satan beginnt sein Werk damit, dass er versucht, unseren Stand in den Himmeln wegzunehmen. Der himmlische Stand ist eine Position des Sieges. Solange wir in dieser Position stehen, haben wir den Sieg. Hat Satan jedoch damit Erfolg, uns aus den Himmeln herabzuziehen, dann werden wir besiegt. Sieg heißt, beständig in der himmlischen Position des Sieges zu stehen. Satan wird uns jedoch sagen, dass wir uns doch noch auf der Erde befinden. Sind wir mit ihm darin einverstanden, dass wir auf der Erde sind, dann werden wir besiegt. Satan wird versuchen, uns durch unsere Niederlage zu frustrieren und uns dahin zu bringen, zu denken, dass wir in der Tat auf Erden sind. Aber wenn wir aufstehen und erklären: „Christus ist in den Himmeln, und wir sind auch in den Himmeln“ und an unserer Position in den Himmeln festhalten, werden wir überwinden. Daher ist es von großer Bedeutung, in der rechten Position zu stehen. Ein Gebet mit Vollmacht hat die Position als Grundlage, in den Himmeln zu stehen. Da sich die Gemeinde mit Christus in den Himmeln befindet, kann sie mit Vollmacht beten.

Was heißt nun mit Autorität beten? Einfach gesagt heißt es, das Gebet von Markus 11 zu beten. Um Klarheit über diese Wahrheit zu bekommen, sollten wir die Verse 23 und 24 sorgfältig betrachten. Vers 24 beginnt mit dem Wort „darum.“ „Darum“ bedeutet, dass dieser Satz eine Fortsetzung dessen ist, was vorher steht. Das bedeutet, dass Vers 24 mit Vers 23 verbunden ist. Vers 24 erwähnt das Gebet. Dies beweist somit, dass Vers 23 auch das Gebet betreffen muss. Das Eigenartige ist jedoch, dass sich Vers 23 gar nicht wie ein gewöhnliches Gebet anhört. Der Herr sagte uns nämlich nicht, zu beten: „Gott, bitte, hebe den Berg hoch und wirf ihn in das Meer.“ Wie heißt es dort? Es heißt: „Wer zu diesem Berg sagen wird: Hebe dich empor und wirf dich ins Meer.“ Wie sollte denn nach unserer Vorstellung ein Gebet sein? Wir denken, wenn wir zu Gott beten, müssten wir sagen: „Gott, bitte, hebe diesen Berg hoch und wirf ihn ins Meer.“ Aber der Herr sagte etwas anderes. Er sagte uns nicht, zu Gott zu reden, sondern Er sagte uns vielmehr, uns an den Berg zu wenden und zu diesem zu reden. Das Sprechen geschieht nicht zu Gott, sondern direkt zu dem Berg und sagt ihm, er solle sich in das Meer werfen. Da der Herr fürchtete, wir würden dies nicht als ein Gebet ansehen, wies Er im folgenden Vers darauf hin, dass dies ein Gebet ist. Dieses Gebet ist nicht an Gott gerichtet, und doch ist es ein Gebet. Es handelt sich um ein Sprechen, das an den Berg gerichtet ist und heißt: „Hebe dich empor und wirf dich ins Meer!“ Doch dies ist ebenfalls ein Gebet, und zwar ein Gebet mit Vollmacht. Ein Gebet mit Vollmacht bittet Gott nicht, etwas zu tun, sondern es übt vielmehr Gottes Vollmacht aus und wendet diese an, um gegen Probleme und Dinge vorzugehen, die beseitigt werden sollten. Jeder Überwinder muss lernen, Gebete dieser Art zu beten; und jeder Überwinder muss lernen, zum Berg zu reden.

Wir haben viele Schwachheiten, wie schlechte Laune, böse Gedanken oder physische Krankheiten. Bitten wir Gott inständig im Hinblick auf diese Probleme, dann scheint es so, als ob dadurch kein großes Ergebnis erzielt würde. Wenden wir jedoch Gottes Vollmacht auf die Situation an und reden zu dem Berg, dann werden diese Probleme verschwinden. Was bedeutet das Wort „Berg“ in diesem Vers? Ein Berg ist ein Problem, das vor uns steht. Ein Berg ist etwas, das den Weg versperrt und uns daran hindert, voranzugehen. Was machen wir, wenn wir einen Berg sehen? Wenn viele Menschen in ihrem Leben oder Werk einem Berg begegnen, beten sie zu Gott, dass Er doch den Berg wegnehmen soll. Aber Gott sagt uns, selbst zu dem Berg zu reden. Demnach ist alles, was wir tun müssen, dem Berg zu gebieten: „Hebe dich empor und wirf dich ins Meer.“ Es besteht ein großer Unterschied zwischen Gott zu bitten, den Berg wegzunehmen und dem Berg zu gebieten, sich zu entfernen. Es ist eine Sache, zu Gott zu gehen und Ihn zu bitten, etwas zu tun; es ist jedoch etwas anderes, dem Berg direkt zu befehlen, sich ins Meer zu werfen. Wir übersehen oft diese Art des befehlenden Gebetes. Nur selten beten wir, indem wir Gottes Autorität auf ein Problem anwenden oder indem wir sagen: „Ich befehle dir im Namen meines Herrn, zu gehen“ oder „Ich kann dies bei mir nicht länger ertragen.“ In einem Gebet mit Vollmacht sagen wir den Dingen, die uns aufhalten, dass sie verschwinden sollen. Wir können zu unserer Wut sagen: „Verschwinde.“ Auch zur Krankheit können wir sagen: „Verschwinde, ich werde durch das Auferstehungsleben des Herrn aufstehen.“ Dieses Wort wird nicht zu Gott, sondern direkt zu dem Berg gesprochen. „Hebe dich empor und wirf dich ins Meer!“ Dies ist ein Gebet mit Vollmacht.

Wie kann aber die Gemeinde zu einem solchen Gebet mit Vollmacht kommen? Dadurch, dass sie den völligen Glauben und keine Zweifel hat und sich darüber im Klaren ist, dass das, was wir tun, völlig dem Willen Gottes entspricht. Immer, wenn wir uns über den Willen Gottes nicht im Klaren sind, haben wir keinen Glauben. Bevor wir daher irgendetwas tun, müssen wir uns im Klaren sein, ob das, was wir tun wollen, gemäß dem Willen Gottes ist. Entspricht es nicht dem Willen Gottes, dann können wir im Hinblick darauf keinen Glauben haben. Sind wir jedoch nicht sicher, ob etwas dem Willen Gottes entspricht, dann sind wir auch nicht sicher, ob es erfüllt werden kann. Um aber von Zweifeln über seine Erfüllung frei zu sein, muss es uns zuerst zweifelsfrei klar sein, dass es Gottes Willen entspricht. Reden wir achtlos zu dem Berg, dann wird das zu keinem Ergebnis führen, weil wir Gottes Willen nicht kennen. Haben wir aber keine Zweifel und sind uns über den Willen Gottes im Klaren, dann können wir kühn zu dem Berg reden: „Hebe dich empor und wirf dich ins Meer!“ Und es wird geschehen. Gott hat uns beauftragt, diejenigen zu sein, die den Befehl erteilen. Wir befehlen, was Gott befohlen hat; und wir treffen Anordnungen darüber, was Gott angeordnet hat. Dies ist ein Gebet mit Vollmacht. Dabei handelt es sich nicht um ein direktes Bitten von Gott, sondern vielmehr um ein Vorgehen gegen die Probleme, indem man Gottes Autorität direkt anwendet. Wir alle haben Berge; natürlich sind diese in ihrer Größe nicht gleich. Unser Berg mag dieses oder jenes sein; aber allem, was uns davon abhält, auf dem geistlichen Weg voranzugehen, können wir befehlen, sich hinwegzuheben. Dies heißt, mit Vollmacht zu beten.

Ein Gebet mit Vollmacht hat viel mit den Überwindern zu tun. Wenn ein Christ dies nicht weiß, dann kann er kein Überwinder sein. Daher müssen wir uns daran erinnern, dass Gott und der Herr Jesus auf dem Thron sitzen, während der Feind unter dem Thron ist. Nur das Gebet kann die Kraft Gottes in Bewegung setzen; nichts anderes außer Gebet kann Gottes Kraft in Bewegung setzen. Dies ist der Grund, warum das Gebet unverzichtbar ist. Wenn jemand nicht betet, kann er kein Überwinder sein. Erst wenn jemand mit Vollmacht zu beten versteht, wird er wissen, was Gebet ist. Das wichtigste Werk der Überwinder besteht darin, die Autorität des Thrones auf die Erde zu bringen. Heute gibt es einen Thron, nämlich den Thron Gottes. Dieser Thron regiert, und er steht hoch über allem. Um an dieser Autorität einen Anteil zu haben, muss man beten. Daher ist das Gebet sehr notwendig. Diejenigen, die den Thron bewegen können, sind imstande, alles zu bewegen. Wir müssen sehen, dass die Auffahrt Christus hoch über alles gestellt hat; und ebenso müssen wir sehen, dass alle Dinge unter Seinem Fuß sind. Aus diesem Grunde können wir mit der Autorität des Thrones über alle Dinge herrschen. Daher müssen wir alle lernen, mit Vollmacht zu beten.
Wie beten wir nun praktisch mit Vollmacht? Lasst mich einige Dinge von geringer Bedeutung erwähnen. Angenommen, ein Bruder hat etwas Falsches getan, und du möchtest ihn ermahnen. Das Problem ist jedoch, du fürchtest, er würde vielleicht nicht auf dich hören. Du fühlst dich irgendwie unsicher, weil du nicht weißt, ob er dir zuhören wird. Du fürchtest, dass diese Sache nicht einfach zu regeln sein wird. Betest du jedoch mit Vollmacht, dann wirst du wissen, wie man über diese Situation herrscht. Du kannst beten: „Herr, ich kann zu jenem Bruder nicht hingehen. Schick ihn bitte zu mir.“ Von deiner Position auf dem Thron her kannst du bewirken, dass er sich in Bewegung setzt. Bald wird er persönlich zu dir kommen und sagen: „Bruder, ich bin mir über eine bestimmte Sache nicht im Klaren. Sag mir bitte, was ich tun soll.“ Dann wird es für dich einfach sein, ihm etwas zu sagen. Dies heißt, mit Vollmacht zu beten. Du tust gar nichts aus deiner Stärke, sondern du tust es, indem du es zuerst über den Thron gehen lässt. Mit Vollmacht zu beten heißt nicht, etwas gegen den Willen Gottes zu erbitten, sondern zu wissen, wie die Dinge getan werden sollten und Gott über das zu informieren, was man weiß. Wenn das geschieht, vollbringt Gott das Werk.

Ein Gebet mit Vollmacht herrscht nicht nur über den Menschen, sondern ebenso auch über das Wetter. Georg Müller hatte einmal eine solche Erfahrung. Er befand sich auf seinem Weg nach Quebec auf einem Schiff, und es kam dicker Nebel auf. Er sagte dem Kapitän des Schiffes: „Kapitän, am Samstag Nachmittag muss ich in Quebec ankommen.“ Der Kapitän sagte: „Das ist unmöglich.“ Müller antwortete: „Wenn dein Schiff mich nicht rechtzeitig dorthin bringen kann, hat Gott andere Wege, um mich dorthin zu bringen.“ Er kniete nieder und betete ein sehr einfaches Gebet. Dann sagte er dem Kapitän: „Kapitän, öffne die Tür und sieh, wie der Nebel sich aufgelöst hat.“ Als der Kapitän aufstand, war der Nebel aufgelöst, und er war in der Lage, wie geplant in Quebec zu sein. Das heißt mit Vollmacht zu beten.

Wenn Gott eine Gruppe von Überwindern haben soll, dann muss es im Gebet Kriegführung geben. Wir müssen nicht nur gegen Satan kämpfen, wenn wir selbst Problemen begegnen, sondern wir müssen auch durch den Thron herrschen, wenn sich in unserer Umgebung Probleme erheben. Ein Mensch kann nicht einerseits ein Überwinder sein und andererseits darin versagen, im Gebet ein Kämpfer zu sein. Wenn jemand ein Überwinder sein will, muss er lernen, mit Vollmacht zu beten.

Die Gemeinde kann über den Hades herrschen, wenn sie mit Vollmacht betet. Da Christus über alles aufgefahren und das Haupt der Gemeinde ist, kann die Gemeinde über die Dämonen und über alles herrschen, was zu Satan gehört. Hätte die Gemeinde nicht die Autorität, über die Dämonen zu herrschen, und hätte der Herr diese Autorität nicht der Gemeinde gegeben, dann könnte sie auf Erden nicht einmal überleben. Doch die Gemeinde ist in der Lage, auf der Erde zu überleben, weil sie die Vollmacht hat, über alles Satanische zu herrschen. Jeder geistliche Mensch weiß, dass er mit seinem Gebet gegen die bösenGeister angehen kann. Wir können im Namen des Herrn Dämonen austreiben und die geheimen Machenschaften der bösen Geister zurückhalten. Satan ist sehr hinterlistig, er will nicht nur den Leib des Menschen mit bösen Geistern in Besitz nehmen, sondern er will sich in vielen geheimen Machenschaften betätigen. Manchmal wirkt er im Verstand des Menschen und schießt viele lästige Gedanken hinein, wie Verdächtigungen, Furcht, Unglaube, Entmutigung oder unbegründete oder verdrehte Vorstellungen. Dadurch betrügt er den Menschen und hält ihn zum Narren. Manchmal stiehlt er dem Menschen ein Wort, dreht es um und schießt es in den Verstand eines anderen hinein. Auf diese Weise erreicht er sein Ziel, Missverständnisse zu verursachen und Stürme zu erregen. Daher müssen wir alle Machenschaften der bösen Geister durch Gebet unterwerfen. In unserer Versammlung, im Gebet, in unserer Unterhaltung müssen wir zuerst beten: „Herr, jage alle bösen Geister fort, und erlaube nicht, dass sie hier irgendetwas anstellen.“ Es ist eine Tatsache, dass alle bösen Geister unter den Füßen der Gemeinde sind. Wenn die Gemeinde Autorität ausübt, um zu beten, wird sie in der Tat sehen, dass die bösen Geister ihren Füßen unterworfen sind. Diese Art von Gebet mit Vollmacht ist nicht wie gewöhnliches Betteln, sondern es ist ein Befehlen, das auf Vollmacht beruht. Ein Gebet mit Vollmacht ist ein befehlendes Gebet. Es erklärt: „Herr, ich will“, „Herr, ich will nicht“, „Herr, ich möchte dies“, „Herr, dies will ich nicht“, „Herr, dies möchte ich ganz bestimmt haben, und ich will nicht erlauben, dass dies geschieht“ oder „Herr, ich möchte nur, dass Dein Wille geschehe, ich möchte nichts anderes.“ Wenn wir auf diese Weise Autorität ausüben, werden wir die Empfindung haben, dass unser Gebet das Ziel getroffen hat. Wenn mehr Menschen aufstehen, um auf diese Weise zu beten, werden viele Probleme in der Gemeinde auf einfache Weise gelöst werden. Wir sollten durch Gebet die Herrschaft ausüben und alles in der Gemeinde durch Gebet ausrichten.

Wir müssen sehen, dass Christus aufgefahren ist. Wäre Er nicht aufgefahren, dann gäbe es für uns keinen Weg, um uns zu wenden. Doch Christus ist das Haupt über alles, und alles ist Ihm unterworfen. Christus ist das Haupt aller Dinge für die Gemeinde; Er ist das Haupt aller Dinge um der Gemeinde willen. Da Er das Haupt aller Dinge um der Gemeinde willen ist, sind alle Dinge notwendigerweise auch unter der Gemeinde. Dies ist etwas, dem wir unsere besondere Aufmerksamkeit widmen müssen.

Ein Gebet mit Vollmacht hat zwei Aspekte. Der eine besteht darin, zu binden und der andere, zu lösen. Was auf Erden gebunden wird, das wird auch im Himmel gebunden sein; und was auf Erden gelöst wird, das wird auch im Himmel gelöst sein. Matthäus 18:18 sagt uns, dass alles, was die Erde tut, auch der Himmel tun wird. In Vers 19 wird das Gebet erwähnt. Daher geschieht sowohl das Binden als auch das Lösen durch Gebet. Sowohl das bindende als auch das lösende Gebet sind Gebete der Vollmacht. In gewöhnlichen Gebeten bittet man Gott, zu binden und zu lösen. Aber erst das sind Gebete mit Vollmacht, wenn wir binden und lösen, indem wir Autorität ausüben. Gott bindet, weil die Gemeinde gebunden hat, und Gott löst, weil die Gemeinde gelöst hat. Gott gab der Gemeinde diese Vollmacht. Wenn sie diese Autorität ausübt, um etwas zu reden, dann führt Gott es aus.

Lasst uns zuerst das bindende Gebet betrachten. Viele Menschen und viele Dinge sollten gebunden werden. Zum Beispiel muss ein Bruder, der sehr gesprächig ist, gebunden werden. Du kannst zu Gott gehen und beten: „Gott, erlaube nicht, dass dieser Bruder so viel spricht. Binde ihn, Herr, und erlaube ihm nicht, so zu handeln.“ Wenn du ihn auf diese Weise bindest, wird Gott im Himmel ihn binden und sein Reden unterbinden. Manchmal unterbricht vielleicht jemand dein Gebet oder dein Lesen des Wortes; es mögen deine Frau, dein Mann, die Kinder oder Freunde sein, welche beständig eine solche Unterbrechung verursachen. Du kannst das bindende Gebet auch gegen diese Menschen einsetzen und zu Gott sagen: „Gott, binde diesen und erlaube nicht, das zu unterbrechen, was ich tue.“ Einige Brüder benutzen zum Beispiel unangemessene Worte; doch wir müssen auch diejenigen binden, die unangemessene Verse zitieren und unangemessene Lieder aufrufen. Solche Personen sollten gebunden werden; dazu kannst du sagen: „Herr, Soundso verursacht allezeit Schwierigkeiten. Erlaube ihm nicht, das noch einmal zu tun.“ Bindest du ihn auf diese Weise, dann wirst du sehen, dass Gott ihn ebenfalls bindet. Manchmal unterbrechen Menschen den Frieden der Versammlung; sie unterbrechen ihn vielleicht durch ihr Reden, Rufen oder dadurch, dass sie plötzlich in die Versammlung hineinkommen oder hinauslaufen. Solche Dinge kann man häufig antreffen. Außerdem hat es den Anschein, als ob es immer dieselben sind, die stören. Solche Menschen und Dinge musst du binden. Du kannst sagen: „Gott, wir sehen, dass es diese sind, die allezeit die Versammlung stören. Binde sie und erlaube ihnen nicht, irgendwelche Störungen zu verursachen.“ Du wirst herausfinden, sobald zwei oder drei auf Erden binden, wird auch Gott im Himmel binden. Du musst nicht nur die vielen Unterbrechungen binden, sondern auch die vielen Werke der Dämonen. Jedes Mal, wenn du jemand das Evangelium predigst oder Zeugnis gibst, wirken die Dämonen im Verstand dieses Menschen, dass sie vieles zu ihm reden und ihm viele sich dagegenstellende Gedanken eingeben. In solchen Zeiten muss die Gemeinde die bösen Geister binden, ihr Reden beenden und ihr Werk verbieten. Du kannst sagen: „Herr, binde alle Werke der bösen Geister.“ Wenn du auf Erden bindest, wird das auch im Himmel gebunden sein. Vieles muss gebunden werden. Vieles in unserem persönlichen Leben, in der Gemeinde, in unserem täglichen Leben und in unserer Arbeit muss gebunden werden.

Ein Gebet anderer Art ist das lösende Gebet. Was lösen wir? Zum Beispiel sind einige Brüder zurückgezogen und fürchten sich, ihren Mund zu öffnen, um Zeugnis zu geben oder um die Menschen in den Versammlungen zu treffen. Wir müssen Gott bitten, diese Brüder zu lösen, damit sie von ihrer Bindung befreit werden können. Manchmal sollten wir ein paar Worte der Ermahnung an sie richten. Doch oftmals dürfen wir nichts sagen; alles, was wir tun müssen, besteht darin, zum Thron zu gehen und diesem die Kontrolle über sie zu überlassen. Viele Menschen sollten ihre Arbeit aufgeben, um dem Herrn zu dienen. Sie sind durch ihre Arbeit oder durch sonstige Angelegenheiten gebunden. Einige sind auch durch ihre Familien oder durch ungläubige Frauen gebunden. Oder einige sind durch äußere Umstände gebunden. Es gibt alle Arten von Bindungen. Wir können zum Herrn beten, um sie zu lösen, damit sie frei werden und für den Herrn Zeugnis geben können. Geschwister, seht ihr die Notwendigkeit für Gebete mit Vollmacht? Erkennt ihr, wieviele Gebete mit Vollmacht dargebracht werden sollten? Manchmal müssen wir durch Gebet auch Geld lösen, denn Satan kann leicht den Geldbeutel eines Menschen fest zubinden. Daher müssen wir zuzeiten Gott bitten, das Geld zu befreien, damit Sein Werk nicht durch Geldmangel Schaden nimmt. Wir müssen Gott bitten, uns in vielen Dingen zu befreien. Außerdem muss auch die Wahrheit befreit werden. Allezeit müssen wir dem Herrn sagen: „Herr, befreie Deine Wahrheit.“ Viele Wahrheiten sind gebunden und können nicht befreit werden. Viele Wahrheiten wurden noch nie gehört, und selbst wenn man sie hört, versteht man sie nicht. Daher müssen wir Gott bitten, Seine Wahrheit zu befreien, damit sie laufen kann und Seine Kinder sie aufnehmen können. An vielen Orten kann die Wahrheit nicht durchbrechen, und an vielen Orten ist es den Menschen nicht möglich, die Wahrheit zu empfangen. Daher müssen wir Gott bitten, Seine Wahrheit zu befreien und viele Gemeinden freizumachen, die sich in einer Bindung befinden, damit viele Orte, welche die Wahrheit nicht empfangen konnten, nun in der Lage sind, sie zu empfangen. An vielen Orten gibt es keinen Weg, um die Wahrheit weiterzugeben. Doch der Herr hat den Weg. Wenn wir mit Vollmacht beten, wird der Herr die Wahrheit dorthin senden. Wir müssen uns daran erinnern, dass viele Dinge mit Gebeten der Vollmacht befreit werden müssen.

Dem bindenden und lösenden Gebet müssen wir besondere Aufmerksamkeit widmen. Viele Dinge müssen wir binden, und viele Dinge müssen wir lösen. Wir betteln jedoch nicht, sondern binden und lösen mit Vollmacht. Möge Gott uns gnädig sein, damit wir alle lernen können, mit Autorität zu beten. Wir müssen nicht nur lernen, zu beten, sondern wir müssen auch lernen, den Sieg Christi zu erkennen. Mit dem Sieg Christi müssen wir lösen, und mit dem Sieg Christi müssen wir binden. Alles, was im Gegensatz zu Gottes Willen steht, müssen wir binden. Mit Vollmacht zu beten heißt, dass der Himmel auf der Erde regiert, dass die Erde die himmlische Autorität ausübt. Jeder von uns ist ein Mensch des Himmels; und als solche haben wir die Autorität des Himmels. Wir wandern heute nur auf der Erde. Jedermann, der vom Namen des Herrn gerufen wurde, ist Sein Repräsentant auf Erden. Wir sind Gottes Botschafter, haben Sein Leben und wurden vom Reich der Finsternis in das Reich des Sohnes Seiner Liebe versetzt. Aus diesem Grunde besitzen wir die himmlische Autorität. Überall, wo wir hingehen, können wir unsere himmlische Autorität ausüben; und wir können durch den Himmel über die Erde herrschen. Möge Gott uns gnädig sein. Ich hoffe, dass wir alle für den Herrn Gebetskämpfer sein können, und dass wir alle durch die Autorität Christi Überwinder werden, damit Sein Sieg offenbar gemacht werden kann.

Schließlich gibt es noch eine ernstliche Warnung: Wir müssen uns der Autorität Gottes unterwerfen. Wenn wir uns nämlich Gottes Autorität nicht unterwerfen, können wir auch nicht mit Vollmacht beten. Wir müssen uns der Autorität Gottes nicht nur im Hinblick auf Seine Position unterwerfen, sondern in unserem täglichen Leben und in allen praktischen Dingen müssen wir uns ebenfalls Seiner Autorität unterwerfen. Tun wir dies nicht, dann können wir auch nicht mit Vollmacht beten. Es gab einen jungen Bruder, der einmal aus einem jungen Mädchen einen Dämon austrieb. Der Dämon sagte dem Mädchen, sich zu entkleiden. Doch der Bruder befahl dem Dämon mit Vollmacht und sagte: „Ich befehle dir im Namen Jesu, dich nicht zu entkleiden.“ Der Dämon sagte sofort: „Nun gut, wenn du mir nicht erlaubst, mich zu entkleiden, dann will ich es nicht tun.“ Wäre der junge Bruder in seinem Leben nicht siegreich gewesen, wäre er vor dem Dämon besiegt gewesen. In diesem Fall hätte der Dämon nicht nur sein Gebieten ignoriert, sondern er hätte auch seine Sünden bloßgestellt. Geschwister, wir wissen, dass die ganze Schöpfung ursprünglich unter der Herrschaft des Menschen stand. Doch die Schöpfung ist heute dem Menschen ungehorsam, weil er dem Wort Gottes nicht gehorchen will. Der Löwe schlug damals den Mann Gottes, weil er dem Wort Gottes nicht gehorchte (1.Kön. 13:20-25). Daniel wurde von den Löwen jedoch nicht verletzt, als er in die Löwengrube geworfen wurde, weil er vor Gott unschuldig war und vor dem König kein Unrecht getan hatte. Aus diesem Grunde sandte Gott Seinen Engel und verschloss der Löwen Rachen (Dan. 6:22). Eine giftige Schlange konnte die Hand des treuen Sklaven Gottes, Paulus, nicht beschädigen (Apg. 28:3-6), doch die Würmer konnten den stolzen Herodes umbringen (12:23). Geschwister, wenn wir uns Gottes Autorität unterwerfen, werden die Dämonen vor uns Angst haben und sich unserer Autorität unterwerfen.

Die Bibel zeigt uns die Beziehung zwischen Gebet, Fasten und Autorität. Gebet weist darauf hin, dass wir Gott suchen, während Fasten darauf hinweist, dass wir unser Selbst verleugnen. Das erste Recht, das Gott dem Menschen gab, war das Recht zu essen. Das Erste, was Gott Adam gab, war Speise. Zu fasten heißt, das gesetzmäßige Recht abzuweisen. Viele Christen fasten nur, doch sie verleugnen sich nicht selbst. In einem solchen Fall kann ihr Fasten jedoch nicht als ein Fasten angesehen werden. Die Pharisäer fasteten zwar einerseits, doch andererseits erpressten sie (Mt. 23:25). Hätten sie wirklich gefastet, dann hätten sie das zurückgeben sollen, was sie von anderen erpresst hatten. Gebet heißt, Gott zu suchen, während Fasten heißt, das Selbst zu verleugnen. Wir müssen Gott suchen und zur gleichen Zeit das Selbst verleugnen. Sind unsere Nachfolge Gottes und unsere Selbstverleugnung miteinander verbunden und vermengt, entsteht sofort Glaube. Haben wir Glauben, dann besitzen wir auch die Vollmacht, den Dämonen zu gebieten, dass sie weichen. Geschwister, wenn wir Gott suchen, doch unser Selbst nicht verleugnen, haben wir keinen Glauben, und wir haben auch keine Autorität. Suchen wir jedoch Gott und verleugnen unser Selbst, werden wir sofort Glauben und Vollmacht haben und in der Lage sein, Gebete des Glaubens und der Vollmacht darzubringen. Geschwister, die wichtigsten und geistlichsten Gebete sind Gebete mit Vollmacht.

Der Gebetsdienst der Gemeinde, Kap. 1, S. 69-83)

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