DER GOLDENE RÄUCHERALTAR (1)

Schriftlesung: 2.Mose 30:1-5; 37:25-28

Nach so vielen Botschaften über Kapitel neunundzwanzig, kommen wir nun zu einem wunderbaren Thema in Kapitel dreißig – dem goldenen Räucheraltar (30:1-5).

Beim Studium der Sinnbilder im Alten Testament, besonders im zweiten und dritten Buch Mose, ist es am schwierigsten, zu sehen, wie wir diese Sinnbilder auf unser tägliches Christenleben anwenden sollen. Es ist nicht so schwierig, die Sinnbilder auf eine lehrmäßige Weise zu studieren oder sie auf eine lehrmäßige Weise zu verstehen. Aber um diese Sinnbilder praktisch auf unser tägliches Leben anzuwenden, ist ein gewisses Maß an Erfahrung erforderlich.

DER ORT, WO DER PRIESTERLICHE DIENST BEGINNT

Im Hinblick auf den Räucheraltar möchte ich diese Frage stellen: Warum wird der Räucheraltar in der Reihenfolge im zweiten Buch Mose so spät offenbart? Vom Lesen des Kapitels fünfundzwanzig wissen wir, dass der erste Gegenstand in der Stiftshütte, der erwähnt wird, die Bundeslade ist. Dann geht der Bericht weiter und spricht über den Tisch, den Leuchter und den Auf bau der Stiftshütte selbst. Wenn wir die Kapitel fünfundzwanzig und sechsundzwanzig lesen, fragen wir uns vielleicht, warum in diesem Abschnitt der Räucheraltar nicht erwähnt wird. Außerdem beschreibt Kapitel siebenundzwanzig den bronzenen Altar und den Vorhof der Stiftshütte, Kapitel achtundzwanzig spricht von der priesterlichen Kleidung; und Kapitel neunundzwanzig befasst sich mit der Heiligung der Priester. Eigentlich befasst sich 2. Mose 29 mit der Speise der Priester. So ist in Kapitel achtundzwanzig von der Kleidung der Priester die Rede und in Kapitel neunundzwanzig von ihrer Speise. Nach diesem allem haben wir die Beschreibung des goldenen Räucheraltars erst in 30:1-5. Daher ist der Räucheraltar der letzte Gegenstand, der von der Einrichtung der Stiftshütte offenbart wird. Er wird nach der Offenbarung der Stiftshütte mit deren übriger Einrichtung und der Ausstattung der Priesterschaft beschrieben. Mit anderen Worten: Der Räucheraltar kommt erst, nachdem die Stiftshütte mit allen übrigen Einrichtungsgegenständen schon offenbart worden ist.

Wir haben gesehen, dass der Räucheraltar nach dem Kapitel über die Heiligung der Priester beschrieben wird. Wenn die Priester die Kleidung und ihre Speise haben, sind ihre Hände gefüllt, und sie sind bereit, Gott zu dienen. Am Ende von Kapitel neunundzwanzig ist die Stiftshütte mit ihrer Einrichtung bereit, und die Priesterschaft ist ebenfalls bereit. Nun ist die Zeit, dass der heilige Dienst beginnen kann. Aber womit sollte der heilige Dienst, dieser priesterliche Dienst beginnen? Einige denken vielleicht, der priesterliche Dienst sollte am Brandopferaltar beginnen und nicht am Räucheraltar. Nach dem göttlichen Bericht im zweiten Buch Mose beginnt jedoch dieser Dienst am goldenen Räucheraltar, welcher der zweite Altar ist.

Im Hinblick auf die Stiftshütte gibt es zwei Altäre: den Brandopferaltar im äußeren Vorhof, dem ersten Altar, und den goldenen Räucheraltar im Heiligen, dem zweiten Altar. In der Sicht Gottes beginnt der priesterliche Dienst am Räucheraltar, an dem Ort, wo Gott Gebete dargebracht werden. Ich glaube, dass es für unser Christenleben sehr hilfreich sein wird, bei der Wichtigkeit der Tatsache zu verweilen, dass der priesterliche Dienst am Räucheraltar beginnt.

DER ORT DES RÄUCHERALTARS

Um von der Bedeutung des Räucheraltars beeindruckt zu sein, möchte ich euch bitten, dem Schaubild von der Stiftshütte, das mit dieser Botschaft gedruckt wird, Aufmerksamkeit zu widmen.

Der Eingang zum äußeren Vorhof liegt im Osten, zum Sonnenaufgang. Der Brandopferaltar und das Waschbecken waren im äußeren Vorhof. Die Stiftshütte, eine Struktur dreißig Ellen lang, zehn Ellen breit und zehn Ellen hoch, war in zwei Teile unterteilt: das Heilige, dessen Maße zwanzig mal zehn Ellen war und das Allerheiligste, einem Würfel von zehn Ellen in der Länge, Breite und Höhe. Der Tisch stand auf der Nordseite des Heiligen, und der Leuchter war auf der Südseite. Die Bundeslade, der Brennpunkt der ganzen Stiftshütte, war im Allerheiligsten. Aber wo stand der Räucheraltar? Er war im Heiligen, sehr nahe an dem Vorhang, der das Heilige vom Allerheiligsten trennte.

Eigentlich besteht in der Schrift eine gewisse Zweideutigkeit im Hinblick auf die Stellung des Räucheraltars. Es ist schwierig zu sagen, ob dieser außerhalb oder innerhalb des Vorhangs war. Im Hinblick auf den Standort des Räucheraltars besteht anscheinend eine Unstimmigkeit zwischen der Erwähnung von diesem im Alten Testament und der im Neuen Testament. In 2. Mose 30:6 heißt es, dass der Räucheraltar „vor dem Vorhang“ aufgestellt wurde, dass heißt, außerhalb des Vorhangs. Dies weist klar darauf hin, dass der Räucheraltar in das Heilige gestellt wurde, das außerhalb des Vorhangs war, und nicht in das Allerheiligste, das innerhalb des Vorhangs war. Aber in Hebräer 9:4 heißt es, dass das Allerheiligste den Räucheraltar hatte. Daher dachten viele christliche Lehrer und Bibelleser, dass irgendwie ein Fehler oder eine gewisse falsche Auslegung geschehen sein musste. Aber es ist nicht so! Die anscheinende Unstimmigkeit hat sogar aufgrund mehrerer Gesichtspunkte eine sehr geistliche Bedeutung.

Erstens schließt der alttestamentliche Bericht über den Standort des Räucheraltars eine sehr enge Verbindung des Räucheraltars mit der Lade des Zeugnisses ein, auf welcher der Sühnedeckel ist, wo Gott Seinem Volk begegnet (2.Mose 30:6). In dem Bericht heißt es sogar, dass der Räucheraltar „vor dem Sühnedeckel“ aufgestellt wurde, ohne den trennenden Vorhang zu erwähnen, der zwischen ihnen ist (2.Mose 40:5).

Zweitens heißt 1. Könige 6:22 nach der „Amerikanischen Standard Version“, dass der Räucheraltar „zum Sprechort gehörte.“ „Sprechort“ bedeutet hier den Ort, wo Gott spricht und bezeichnet das Allerheiligste, in dem die Lade des Zeugnisses mit dem Sühnedeckel war, wo Gott zu Seinem Volk redete. Somit wies das Alte Testament schon darauf hin, dass der Räucheraltar zum Allerheiligsten gehörte. (Obwohl er im Heiligen stand, war seine Funktion für die Lade des Zeugnisses im Allerheiligsten. Am Tag der Sühnung wurden sowohl der Räucheraltar als auch der Sühnedeckel zur Sühnung mit dem gleichen Blut besprengt – 2. Mose 30:10; 3. Mose 16:15-16.) Somit werden in 2. Mose 26:35 nur der Tisch und der Leuchter als im Heiligen stehend erwähnt. Der Räucheraltar wird nicht erwähnt.

Drittens bezieht sich der Räucheraltar auf das Gebet (Lk. 1:10-11), und im Hebräerbrief sehen wir, dass zu beten heißt, in das Allerheiligste hineinzugehen (Hebr. 10:19) und zum Thron der Gnade zu kommen, der durch den Sühnedeckel auf der Lade des Zeugnisses im Allerheiligsten dargestellt ist. Unser Gebet beginnt oft mit unserem Verstand, der ein Teil unserer Seele ist, die durch das Heilige dargestellt wird. Aber unser Gebet sollte uns in unseren Geist hineinbringen, der durch das Allerheiligste dargestellt wird. Aufgrund all dieser Gesichtspunkte musste der Schreiber des Hebräerbriefes damit rechnen, dass der Räucheraltar zum Allerheiligsten gehört. In Hebräer 9:4 heißt es nicht, dass ein goldener Räucheraltar im Allerheiligsten steht, wie der Leuchter und der Tisch in Vers 2 im Heiligen sind, sondern es heißt, dass das Allerheiligste einen goldenen Altar hat, da dieser zum Allerheiligsten gehört. Diese Vorstellung passt zu der gesamten Betonung des Hebräerbriefes – dass wir von der Seele (dargestellt durch das Heilige) zum Geist (dargestellt durch das Allerheiligste) weitereilen sollten.

DAS ZENTRUM DER VERWALTUNG GOTTES

Nach dem Schaubild von der Stiftshütte und dem äußeren Vorhof ist die Bundeslade der Brennpunkt. Jedoch in der tatsächlichen Praxis ist der Räucheraltar das Zentrum. Dies zeigt, dass das einstehende Leben Christi das Zentrum der göttlichen Praxis, der göttlichen Verwaltung ist. Im Universum gibt es etwas, das Gottes Ökonomie, Gottes Verwaltung, Gottes Praxis genannt werden kann. Wir können verschiedene Begriffe benutzen, um diese eine Sache zu beschreiben: Ökonomie, Verwaltung, Praxis, Dispensation, Vorangehen, Regierung. All diese Begriffe können als gleichbedeutend angesehen werden, da sie sich auf die gleiche Sache beziehen. Dies bedeutet, dass Gottes Ökonomie, Dispensation, Verwaltung, Regierung, Vorangehen und Praxis sich alle auf die gleiche Sache beziehen. Gott ist nicht müßig, sondern Er ist ein Gott des Vorsatzes. Er hat einen Vorsatz, und Er geht voran, wirkt, handelt, teilt aus und verwaltet. Dieses Schaubild von der Stiftshütte ist ein sehr genaues und ins Einzelne gehendes Bild der Verwaltung Gottes, Seiner Ökonomie in diesem Universum.

Wenn wir den Räucheraltar studieren, dann studieren wir die großartigste Sache in diesem Universum. Es gibt nichts, das noch zentraler wäre als diese. Obwohl wir keine Politiker sind, so sind wir doch sicherlich himmlische Staatsmänner. Außerdem studieren wir universale „Politik“, das heißt, Gottes Politik. Die Bundeslade im Allerheiligsten ist die Zentralregierung, unser himmlisches Washington D.C. Der Räucheraltar kann als unser himmlisches Weißes Haus angesehen werden. Dies bedeutet, dass von diesem göttlichen Zentrum aus alles vollstreckt, angeregt und ausgeführt wird. Das Einstehen Christi ist Gottes Weißes Haus. Das einstehende Leben Christi, Sein Gebetsleben, ist das Zentrum der Verwaltung Gottes.

Das Buch der Offenbarung ist ein Buch der Verwaltung Gottes, ein Buch der göttlichen Vollstreckung. Dieses Buch offenbart den Thron Gottes und die Verwaltung Gottes im ganzen Universum. Das Vollstreckungszentrum ist jedoch nicht der Thron, sondern der Räucheraltar in Offenbarung 8. In Offenbarung 8:3 heißt es: „Und ein anderer Engel kam und stellte sich an den Altar und Er hatte ein goldenes Räucherfass, und es wurde Ihm viel Räucherwerk gegeben, damit Er es für die Gebete aller Heiligen auf den goldenen Altar gebe, der vor dem Thron ist.“ Auf diesem Altar werden die Gebete der Heiligen Gott dargebracht, und der Weihrauch Christi wird diesen Gebeten hinzugefügt. Wenn die Gebete der Heiligen zu Gott mit dem Weihrauch Christi aufsteigen, vollstreckt Gott die Richtlinien Seiner Verwaltung.

DAS GEBETSLEBEN DES KORPORATIVEN CHRISTUS

Das Gebetsleben Christi ist das Zentrum der Ausführung der Regierung Gottes auf Erden. Offenbarung 8 zeigt dieses. Aber einige, die das Kapitel acht der Offenbarung lesen, sagen vielleicht: In Offenbarung 8 können wir das Gebet Christi gar nicht sehen. Wir können nur die Gebete der Heiligen sehen.“ Die Heiligen sind jedoch eins mit Christus. Die Gebete in Offenbarung 8 sind nicht mehr nur die Gebete des einzelnen Christus, sondern sind zu den Gebeten des korporativen Christus geworden. Im Hinblick auf die Vollstreckung, die am Räucheraltar stattfindet, sind die Heiligen in Wahrheit eins mit Christus. Wenn wir daher in dieser Botschaft von dem Gebetsleben Christi sprechen, meinen wir das Gebetsleben des korporativen Christus.

Außerdem müssen wir uns vergegenwärtigen, dass immer dann, wenn wir im Geist beten, in unserem Beten Christus betet. Das Neue Testament spricht vom Beten im Namen des Herrn. Im Namen des Herrn Jesus zu beten heißt aber, in Christus zu beten. Wenn wir auf diese Weise beten, dann ist es eigentlich Christus, der betet. Nimm zum Beispiel an, du gehst zu einer Bank, um im Namen einer anderen Person ein Geschäft abzuwickeln. Wird die Bank deinen Namen oder den Namen der Person, die du repräsentierst, anerkennen? Du kannst sicher sein, dass die Bank deinen Namen nicht anerkennt, sondern stattdessen wird sie den Namen der Person anerkennen, die von dir repräsentiert wird. Weil du jene Person repräsentierst, bist du in einem sehr wirklichen Sinn jene Person, denn du handelst in ihrem Namen. Wenn wir im Namen Christi beten, dann beten wir gleicherweise in Ihm. Und wenn wir in Ihm beten, dann ist eigentlich Christus ebenfalls der, der betet. Er betet in uns; Er betet in unserem Gebet. In der Sicht Gottes sind alle rechten Gebete der Heiligen und der Gemeinden Gebete Christi und sind als ein Teil des Einstehens Christi eingeschlossen.

EIN REPRÄSENTATIVES BUCH

Die Bibel ist ein Bilderbuch. Das Bild, das in der Bibel als Gesamtheit dargestellt wird, entspricht dem Schaubild von dem äußeren Vorhof. Es gibt ein Buch in der Bibel, das als Repräsentation der ganzen Bibel angesehen werden kann. Dieses repräsentative Buch ist das Johannesevangelium.

Die Bibel beginnt mit den Worten: „Im Anfang …“ Das Johannesevangelium beginnt auf eine sehr ähnliche Weise. In 1. Mose 1:1 wird uns gesagt, dass Gott die Himmel und die Erde erschuf. Im Hinblick auf das Wort, das bei Gott war und das Gott ist, heißt Johannes 1:3: „Alles wurde durch Ihn, und ohne Ihn wurde auch nicht eins, das geworden ist.“ Alles, das geworden ist, ist durch Ihn geworden. Daher haben wir im Johannesevangelium die Schöpfung.

Das Alte Testament hat viel zu sagen über die Stiftshütte. Wir finden die Stiftshütte auch im Johannesevangelium: „Das Wort wurde Fleisch und richtete sich ein als Stiftshüttete unter uns“ (Joh. 1:14). Der Bericht des Johannes ist ein Bericht der Stiftshütte. In diesem Evangelium ist Jesus Christus selbst Gottes Stif tshütte.

Johannes der Täufer sagte von dem Herrn Jesus: „Siehe das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt!“ (Joh. 1:29). Hier haben wir den Altar, in Kapitel drei des Johannesevangeliums haben wir das Waschbecken, denn dieses Kapitel spricht von dem Waschen, das durch die Wiedergeburt kommt. Weil die Wiedergeburt eine Art Waschung ist, benutzt Titus 3:5 den Ausdruck „die Waschung der Wiedergeburt.“ Diese Wiedergeburt, die uns wäscht, ist das Waschbecken.

Wenn wir vom Altar in Kapitel eins des Johannesevangeliums und vom Waschbecken in Kapitel drei weitergehen, kommen wir zum Schaubrottisch in Kapitel sechs. Das Brot auf diesem Tisch ist in Vers 33: „Denn das Brot Gottes ist der, welcher aus dem Himmel herabkommt und der Welt das Leben gibt.“

Der Leuchter ist in Kapitel acht, denn in Vers 12 sagt der Herr Jesus: „Ich bin das Licht der Welt; wer Mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ Daher haben wir die Stiftshütte, den Altar, das Waschbecken, den Tisch und den Leuchter.

Wo im Johannesevangelium finden wir die Bundeslade? Die Bundeslade ist in den Kapiteln vierzehn, fünfzehn und sechzehn, drei Kapitel, die das Allerheiligste offenbaren. Hier sehen wir, dass wir in Gott hineingehen können, in den Ort, wo Gott ist. Diese Kapitel reden auch vom Tod und der Auferstehung Christi. Durch Seinen Tod und Seine Auferstehung hat Christus den Weg vorbereitet, dass wir in das Allerheiligste eintreten können, das heißt, in Gott selbst hineinkommen können.

Den Räucheraltar kann man in Johannes 17 finden. In diesem Kapitel haben wir Christi Gebet des Einstehens. Die vier Evangelien berichten von anderen Gelegenheiten, als der Herr Jesus betete. Aber kein Bericht über das Gebet Christi ist so angemessen, herausragend und so wunderbar wie der, den man in Johannes 17 findet. Alle Gemeinden müssen lernen, wie man nach Johannes 17 betet. Das Gebet in diesem Kapitel ist ein Vorbild des Gebetes des korporativen Christus. Daher müssen wir alle lernen, dieses Gebet im Namen des Herrn Jesus zu beten. Ich meine jedoch nicht, dass wir das Gebet, das in Johannes 17 aufgezeichnet ist, lediglich rezitieren sollten, sondern vielmehr müssen wir lernen, im Namen des Herrn auf die gleiche Weise zu beten wie Er betete. Das Gebet in Johannes 17 sollte unser Gebet werden.

DIE WIRKSAMKEIT DES RÄUCHERALTARS

Gäbe es nicht den Räucheraltar, würde niemand zum Brandopferaltar kommen. Niemand würde Buße tun und zum Altar kommen, um seine Sünden zu bekennen. Es ist das Gebet am Räucheraltar, das Sünder anregt, zum Brandopferaltar zu kommen. Aufgrund dieses Gebetes taten wir eines Tages Buße. Weißt du den Grund, weshalb du Buße tatest? Du tatest Buße, weil der Räucheraltar, das himmlische Weiße Haus eine Botschaft sandte, die dich drängte, Buße zu tun. Daher kann ohne den Räucheraltar der Brandopferaltar seine Funktion gar nicht ausüben, und niemand kann Buße tun.

Einige mögen die Erfahrung der Buße haben, aber sie sind vielleicht noch nicht wiedergeboren. Daher besteht die Notwendigkeit von mehr Gebet am Räucheraltar. Entweder Christus selbst als das Haupt oder die Gemeinde als der Leib muss beten: „O Vater, schau diese Menschen an. Sieh, Herr, sie haben zwar Buße getan, aber sie sind noch nicht wiedergeboren. Vater, vergib ihre Sünden und gebäre sie von neuem.“ Als Ergebnis weiterer Gebete vom Räucheraltar werden andere angeregt, zum Waschbecken zu kommen. Sie möchten in das Waschbecken tauchen und im Geist versenkt sein.

Heute verhungern viele Heilige geistlich gesehen. In Anaheim haben wir die Last, dafür zu beten, dass diese Hungrigen zum Schaubrottisch kommen und sich von Christus nähren. Obwohl viele am Verhungern sind, sind sie doch nicht willig, zu Christus zu kommen, um Ihn als ihre Lebensversorgung zu genießen. Wie viele von den Millionen Christen auf Erden heute nähren sich von Christus am Tisch? Die große Mehrheit hat nicht einmal einen kleinen Korb voll Speise, geschweige denn einen Tisch. Dadurch erkennen wir, dass viel mehr Gebet am Räucheraltar notwendig ist, damit die Gläubigen angeregt werden, zum Tisch im Heiligen zu kommen, um Christus als ihre Lebensversorgung zu genießen.

Ich habe erfahren, dass allmählich immer mehr Gläubige den Weg der Wiedererlangung des Herrn einschlagen. Die Zahl ist zwar immer noch klein, und das Vorangehen ist langsam, aber es ist eine unleugbare Tatsache, dass mehr aus dem Volk des Herrn zu Seinem Esstisch kommen. Ich habe viele Briefe der Wertschätzung von Heiligen bekommen, die mir mitgeteilt haben, wie sie durch die Botschaften der Lebensstudien genährt wurden. Vor nicht langer Zeit erfuhr ich, dass es eine Gemeinde in Costa Rica gibt, einem Land in Mittelamerika. Ein Brief aus der Hauptstadt von Costa Rica, San Jose, informierte mich, dass es in jener Stadt eine Gemeinde und in nahe gelegenen Orten ebenfalls Suchende gibt. Die Heiligen an diesen Orten schätzen die Ernährung, die sie vom Wort erhalten. Sie speisen an Seinem Tisch. Christus, das Haupt und so viele Gemeinden beten dafür.

Im himmlischen Weißen Haus wird gebetet, nicht nur dafür, dass die Gläubigen durch das Wort genährt werden, sondern auch, dass sie erleuchtet werden. Licht kommt immer nach dem Schaubrottisch. Im Heiligen kommen wir zuerst zum Tisch, um genährt zu werden und dann zum Leuchter, um erleuchtet zu werden. Die Reihenfolge ist im Johannesevangelium die gleiche.

In Johannes 6 haben wir das Nähren, und in Johannes 8 haben wir das Licht. Wenn wir genährt sind, werden wir Licht empfangen. Wenn die Heiligen genährt und erleuchtet werden sollen, muss jedoch am Räucheraltar dafür Gebet dargebracht werden.

Nachdem wir im Heiligen das Nähren und das Erleuchten erfahren haben, müssen wir in das Allerheiligste eintreten, um Gottes Zeugnis zu berühren. In der Wiedererlangung des Herrn kümmern wir uns nicht darum, lediglich ein Werk zu tun, sondern wir sind hier, um das Zeugnis Gottes auszuführen. In einem sehr wirklichen Sinne arbeiten wir nicht auf einem Feld, sondern vielmehr sind wir im Allerheiligsten und berühren das Zeugnis. Einige Gemeinden sind jedoch noch nicht in das Allerheiligste gekommen, um Gottes Zeugnis zu berühren, sondern stattdessen sind sie immer noch im Heiligen am Schaubrottisch. Diese Gemeinden brauchen mehr Gebet. Ich bin besorgt um diejenigen von uns, die immer noch am Tisch sind, und die noch nicht in das Allerheiligste gekommen sind, um den zentralen Punkt der Stiftshütte zu berühren, nämlich Gottes Zeugnis. Darüber ist mehr Gebet erforderlich. Ich glaube, dass dieses Gebet am Räucheraltar dargebracht wird.

Wenn durch das Verbrennen des Räucherwerks auf dem goldenen Altar der Weihrauch aufsteigt, findet die Vollstreckung der Verwaltung Gottes statt. Diese Vollstreckung ist Gottes Antwort auf die Gebete, die am Räucheraltar dargebracht werden.

Kannst du erklären, warum du in der Wiedererlangung des Herrn bist? Nicht viele wurden von Freunden oder Verwandten gedrängt, diesen Weg zu gehen, sondern im Gegenteil haben einige von ihnen euch vielleicht zurückgehalten und euch geboten, an den Versammlungen der Gemeinde nicht teilzunehmen. Doch obwohl andere vielleicht versucht haben, euch zurückzuhalten, so seid ihr wegen des Räucheraltars doch diesen Weg gegangen. Wenn wir gefragt werden, was bewirkte, dass wir in die Wiedererlangung des Herrn gekommen sind oder was uns hierher gesandt hat, sollten wir daher antworten, dass wir durch den Räucheraltar angeregt und gesandt wurden.

Einige von denen, die sich der Wiedererlangung des Herrn widersetzen, trafen vor einigen Jahren die Entscheidung, alles zu tun, was sie können, um die Wiedererlangung zu zerstören. Aber ich habe keine Angst vor dem, was die Gegner zu tun beschließen, im Gegenteil betrachte ich die Gegnerschaft als eine Bestätigung dafür, dass wir auf dem Weg des Herrn sind. Weißt du, warum Gegnerschaft kommt? Sie kommt deswegen, weil wir durch das Gebet am Räucheraltar angeregt werden. In der Tat, je mehr Gegnerschaft es gibt, desto mehr göttlichen Ansporn haben wir. Die Gegner sind zwar geschäftig, aber der Eine, der einsteht und ebenso die, welche einstehen, sind noch geschäftiger. Schließlich wird das Gebet von unserem Weißen Haus die Oberhand gewinnen. Es ist daher eine ernstliche Sache für jemand, mit dem himmlischen Weißen Haus, dem Zentrum der Verwaltung Gottes, leichtfertig umzugehen.

Ich glaube, wenn wir Johannes 17 in dem Licht dessen betrachten, was wir in dieser Botschaft behandelt haben, dann wird unsere Wertschätzung dieses Kapitels sehr zunehmen. Das Einstehen in Kapitel siebzehn des Johannesevangeliums schließt die Wirksamkeit des Brandopferaltars ein, den Reichtum des Schaubrottisches, das Strahlen des Leuchters und insbesondere das Allerheiligste mit der Lade des Zeugnisses. Johannes 17 ist in Wahrheit der Räucheraltar in der Stiftshütte, der Ort, von dem die Aktivitäten an allen anderen Orten in der Stiftshütte angeregt werden. Es ist der Räucheraltar, der bewirkt, dass die Menschen zum Brandopferaltar kommen, zum Waschbecken zum Schaubrottisch, zum Leuchter und zur Bundeslade im Allerheiligsten. Das Gebet des Herrn Jesus, das in Johannes 17 berichtet wird, ist ein wunderbares Bild von diesem Räucheraltar.

Lebensstudium des 2. Buches Mose, Band 7, Botschaft 147, S. 1719-1730)

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