DER GOLDENE RÄUCHERALTAR (2)

Schriftlesung: 2.Mose 30:1-5; 37:25-28; Röm. 8:34; Hebr. 7:25

In der vorigen Botschaft wiesen wir darauf hin, dass das Johannesevangelium als Repräsentant der ganzen Bibel angesehen werden kann. In diesem Evangelium haben wir die Schöpfung, die Stiftshütte und die verschiedenen Gegenstände, die man im äußeren Vorhof und in der Stiftshütte findet; den Brandopferaltar, das Waschbecken, den Tisch, den Leuchter, die Bundeslade und den Räucheraltar. Wie wir gesehen haben, ist der letzte Gegenstand, der von der Einrichtung der Stiftshütte offenbart wird, nämlich der Räucheraltar, das Zentrum der Wirkung Gottes im Universum. Er ist das himmlische Weiße Haus.

Es ist auch möglich, den Römerbrief so zu betrachten, dass er die Bibel als ein Ganzes repräsentiert. In den ersten wenigen Kapiteln des Römerbriefes haben wir den Brandopferaltar, und in Kapitel acht haben wir die Bundeslade, denn dieses Kapitel ist das Allerheiligste. Außerdem haben wir in Kapitel acht auch den Räucheraltar. Christus ist der, der einsteht, denn Vers 34 heißt: „Wer ist, der verdamme? Christus Jesus ist es, der gestorben, ja noch mehr, der auferweckt, der auch zur Rechten Gottes ist, der sich auch für uns verwendet.“ Nach diesem Vers ist es der Eine, der für unsere Sünden starb, der aus den Toten auferweckt wurde, und der zur rechten Hand Gottes in die Himmel aufgefahren ist, der für uns einsteht. Nur dieser kann uns verdammen, aber anstatt uns zu verurteilen, tritt Er für uns ein. Halleluja, dieser Eine wird uns niemals verdammen! Nach Seinem Tod, Seiner Auferstehung und Auffahrt steht Er nun für uns ein.

EINSTEHEN IST NOTWENDIG

Gäbe es das Einstehen Christi nicht, würde keiner Seinen Tod annehmen, Seine Auferstehung erfahren oder in Seiner Auffahrt mit Ihm eins sein. Damit die Menschen angeregt werden, den Tod, die Auferstehung und die Auffahrt Christi zu erfahren, ist Sein Einstehen notwendig. Ohne das Einstehen Christi und der Gemeinde werden die Sünder den Tod Christi nicht annehmen. Außerdem werden die, welche den Tod Christi angenommen haben, nicht weitergehen, um Seine Auferstehung zu erfahren, geschweige denn erkennen, was es bedeutet, mit Christus in der Auffahrt zu sein, mit Ihm in den himmlischen Örtern zu sitzen. All diese Erfahrungen sind abhängig von der Anregung, die von dem einstehenden Christus und der einstehenden Gemeinde kommt. Dies ist die Bedeutung des Räucheraltars.

Die Bibel zeigt uns zuerst den Altar, das Kreuz Christi und dann das Waschbecken, das Werk der Wiedergeburt des Heiligen Geistes. Danach haben wir Christus als die Lebensversorgung, als das Licht und im Allerheiligsten als die Bundeslade. Schließlich sehen wir im Buch der Offenbarung, einem Buch der Vollstreckung Gottes, dass die göttliche Verwaltung, das göttliche Vollstrecken immer durch den Räucheraltar ausgeführt wird.

Als solche, die den Herrn suchen, müssen wir in der Wiedererlangung sowohl individuell als auch korporativ eine Sache lernen – nämlich zu beten. Wir brauchen ein betendes Leben. Das wahre betende Leben ist immer ein Leben des Einstehens. Echtes Gebet ist nicht hauptsächlich für uns selbst zu beten, sondern beständig für andere zu beten. Denn Beten für uns selbst ist kein Einstehen. Aber für andere zu beten heißt, für sie einzustehen. Somit ist Gebet für andere Einstehen.

Das rechte Gebetsleben ist ein Leben des Betens für andere, für sie einzustehen. Wir müssen für die Gemeinden auf der ganzen Erde und für alle Heiligen beten. Wir müssen für die Älteren, für die Jüngeren und für die Gegner beten. Tag für Tag müssen wir nicht hauptsächlich für uns selbst, sondern für andere beten. Wir brauchen solch ein einstehendes Leben. Das Einstehen, das am Räucheraltar dargebracht wird, sollte täglich zunehmen.

Wenn wir das Schaubild von der Stiftshütte und dem äußeren Vorhof betrachten, werden wir sehen, dass der Räucheraltar das Zentrum ist. Gäbe es in der Stiftshütte keinen Räucheraltar, dann hätte die Stiftshütte kein Zentrum. Das Vollstreckende Zentrum der Verwaltung Gottes ist nicht die Bundeslade, sondern es ist der Räucheraltar. Es ist sehr wichtig, dass wir das alles sehen.

Das Schaubild von der Stiftshütte und dem äußeren Vorhof ist auch ein Schaubild von unserem dreiteiligen Sein. Der äußere Vorhof bedeutet den Leib; das Heilige die Seele; und das Allerheiligste den Geist. Wo warst du heute – im äußeren Vorhof, dem Heiligen oder dem Allerheiligsten? Einige Heilige waren vielleicht im äußeren Vorhof. Wenn wir unsere Beherrschung verlieren oder wenn wir murren, uns beklagen oder schwätzen, sind wir im äußeren Vorhof, das heißt, im Fleisch. Zorn und sich Beklagen sind Zeichen des Seins im äußeren Vorhof, im Leib.

Vom Lesen der Botschaften des Lebensstudiums mögen wir über die Stiftshütte und ihre Einrichtung erleuchtet werden. Jedoch ist vielleicht keines der Dinge, über die wir Licht empfangen haben, in unserer Erfahrung wirksam; denn es mag den Anschein haben, als würde nichts wirken. Der Grund dafür ist der Mangel an einem betenden Leben. Denn wenn wir das Zentrum, den Räucheraltar nicht haben, wird keiner der Aspekte der Stiftshütte und des äußeren Vorhofs in unserer Erfahrung wirksam sein. O, wir brauchen ein Gebetsleben! Wir brauchen den Räucheraltar. Das Gebetsleben regt uns an, den Altar, das Waschbecken, den Tisch, den Leuchter und die Bundeslade zu erfahren. Und wenn du nur ein wenig betest, wirst du in deiner Erfahrung finden, dass der Schaubrottisch kostbar ist, dass der Leuchter vorherrschend, und dass die Bundeslade anziehend ist.

Wir mögen über die Einrichtung in der Stiftshütte viel Erkenntnis haben, und wir mögen wissen, was sich im Heiligen und im Allerheiligsten befindet. Dennoch mögen wir keinen dieser Aspekte der Stiftshütte in unserer Erfahrung haben, sondern vielmehr sind wir vielleicht wie eine Maschine ohne Motor. Weißt du, was der „Motor“ in unserem Sein, der Motor in unserem Leib, unserer Seele und unserem Geist ist? Der Motor ist das Gebetsleben. Christus ist nicht nur das Brot, das Licht und die Bundeslade – sondern Er ist auch der Räucheraltar. Dies bedeutet, dass Er der ist, der anspornt und sogar der Motor ist. Daher müssen wir Ihn als unser Gebet genießen. Wir müssen Ihn in uns beten lassen, Ihn uns in das Gebet und in den Genuss von Ihm als unserem Gebet hineinführen lassen. Ich hoffe, dass wir dies alle sehen werden.

In unserer Erfahrung müssen wir zum Altar kommen, dem Waschbecken, dem Tisch, dem Leuchter und der Bundeslade. Nach meinem Studium der Bibel müssen wir, nachdem wir zur Bundeslade im Allerheiligsten gekommen sind, zum Räucheraltar zurückkommen. Der Räucheraltar ist kein Gegenstand auf dem Durchgang durch die Stiftshütte, sondern im Gegenteil kann er mit einem Motor verglichen werden, der bewirkt, dass alles läuft. Daher steht der Räucheraltar gleichsam als Wendepunkt allein. Immer wieder müssen wir zu diesem Wendepunkt zurückkommen. Dies bedeutet: Um irgendeinen Aspekt des äußeren Vorhofs oder der Stiftshütte zu erfahren, müssen wir beten. Wenn wir beten, wirkt alles. Wenn wir beten, sind in unserer Erfahrung der Altar, das Waschbecken, der Tisch, der Leuchter und die Bundeslade alle wirksam. Jedoch wenn der Motor stehen bleibt, dann bleibt alles andere auch stehen. Wenn der Motor läuft, dann läuft alles andere ebenso. Aus diesem Grund brauchen wir einen Motor – den einstehenden Christus – der in uns läuft. Wir brauchen ein Gebetsleben, ein Leben des Gebetes.

CHRISTUS ALS DER, WELCHER EINSTEHT

Der Räucheraltar bedeutet Christus als den, der einsteht, um die Verbindung zwischen Gott und Seinem Volk aufrechtzuerhalten (Röm. 8:34; Hebr. 7:25). Ohne solch einen einstehenden Christus könnte die rechte Verbindung zwischen Gott und uns nicht existieren. Diese Beziehung könnte nicht aufrechterhalten werden. Daher brauchen wir zur Aufrechterhaltung unserer Verbindung mit Gott Gebet, nicht nur von Christus individuell gesehen, sondern auch von Seinem Leib korporativ.

SEINE MATERIALIEN UND ABMESSUNGEN

Nach 2. Mose 30:1 und 3 wurde der Räucheraltar aus Akazienholz gemacht, das mit Gold überzogen war. Das Akazienholz bedeutet die Menschlichkeit Christi, und das Gold bedeutet Seine Göttlichkeit. Daher bedeutet der Räucheraltar, der aus Akazienholz gemacht war, das mit Gold überzogen war, dass die Menschlichkeit Christi im Charakter stark und im Standard hoch ist, um Seine Göttlichkeit zum Ausdruck zu bringen. Nichts kann Gott so weitgehend zum Ausdruck bringen wie ein einstehendes Leben. Dieses einstehende Leben ist auf der erneuerten und erhöhten Menschlichkeit Christi begründet, um Gott selbst zum Ausdruck zu bringen.

1. Mose 30:2 gibt uns die Größe des Räucheraltars an: „Eine Elle seine Länge und eine Elle seine Breite – quadratisch soll er sein – und zwei Ellen seine Höhe.“ Der Räucheraltar maß eine Elle sowohl in der Länge und Breite. Er war ein Quadrat. Seine Höhe war zwei Ellen. Dies bedeutet, dass der Räucheraltar zwei Würfel von je einer Elle war. Ein Quadrat bedeutet Vollkommenheit, und ein Würfel bedeutet Vollkommenheit in der Vollkommenheit. Außerdem weisen die zwei Würfel auf etwas hin, das zweifach ist, auf etwas, das Bestätigung gibt und ein Zeugnis trägt. Dies schließt ein, dass der einstehende Christus oder das einstehende Leben eine Bestätigung, Vervollkommnung und ein Zeugnis ist. Außerdem war die Höhe des Räucheraltars größer als die des Schaubrottisches und der Bundeslade. Dies weist darauf hin, dass Christus im höchsten Maß einsteht.

HAT VIER HÖRNER

Der Räucheraltar hat vier Hörner, eines an jeder seiner vier Ecken. In der biblischen Vorbilderlehre bedeutet ein Horn Stärke. Daher bedeuten die vier Hörner am Räucheraltar die Kraft des Einstehens Christi. Diese Hörner zeigen, dass das Einstehen Christi gegenüber den vier Ecken der Erde kraftvoll ist.

An diesem Punkt möchte ich beiläufig sagen, dass das Blut des Sündopfers am Tag der Sühnung hinter den Vorhang in das Allerheiligste gebracht und auf den Sühnedeckel der Bundeslade gesprengt wurde. Dann wurde das Blut des Sündopfers auf den Räucheraltar gesprengt. Dies ist ein weiterer Hinweis darauf, dass der Räucheraltar nicht auf dem Durchgang stand, sondern vielmehr ein Zentrum und ein Wendepunkt war. Das Blut der Sühnung, das auf den Räucheraltar gesprengt wurde, machte jenen Altar zu einem wirksamen Wendepunkt.

HAT EINEN GOLDENEN KRANZ

Der letzte Teil von 30:3 heißt: „Und bringe an ihm ringsum einen goldenen Kranz an. Dieser Kranz ist eine Art vorstehende Leiste um den Altar. Der Kranz aus Gold um den Räucheraltar bedeutet, dass die Herrlichkeit der Göttlichkeit Christi die bewahrende Kraft Seines Einstehens ist. Unser betendes Leben hat die Kraft, Gottes Volk und Seine Interessen zu bewahren. Es hat die Kraft, alles zu bewahren, was bewahrt werden muss.

DIE RINGE UND DIE STANGEN

1.Mose 30:4 heißt: „Und bringe an ihm unter seinem Kranz zwei goldene Ringe an! An seinen beiden Seiten sollst du sie machen, an seine beiden Wände; und sie sollen zu Halterungen sein für die Stangen, um ihn damit zu tragen.“ Die zwei Ringe aus Gold als Halterungen für die Stangen zum Tragen bedeuten, das Vorangehen des Einstehens Christi.

Im Hinblick auf die Stangen heißt Vers 5: „Und stelle die Stangen aus Akazienholz her und überzieh sie mit Gold.“ Dies bedeutet, dass die menschliche Natur Christi mit Seiner göttlichen Natur die Kraft für das Vorangehen Seines Einstehens ist.

Die Ringe und die Stangen beziehen sich beide auf den Geist Christi, das heißt, auf den Leben gebenden Geist. Einerseits ist dieser Leben gebende Geist die Ringe, und andererseits ist dieser Geist die Stangen. Der Leben gebende Geist bringt das Einstehen Christi überallhin auf der Erde. Dies kann man mit den Radiowellen vergleichen, die überallhin ausgesandt werden.

Heute schließt der Leben gebende Geist das Element des menschlichen Lebens Christi ein. Dies wird durch die mit Gold überzogenen Stangen aus Akazienholz sinnbildlich dargestellt. Der Geist ist heute allumfassend. Vor dem Tod Christi war der Geist „noch nicht“ (Joh. 7:39), weil Christus in Auferstehung noch nicht verherrlicht war. Doch durch Seine Auferstehung wurde Er zum Leben gebenden Geist. Einerseits ist Er der Erlöser; andererseits ist Er der Leben gebende Geist. Er ist auch der Herr in den Himmeln.

Der Leben gebende Geist schließt die Menschlichkeit Christi und Seine Göttlichkeit ein. Nun geht dieser Geist auf Erden voran, um die Wirksamkeit des betenden Christus zu den Menschen überallhin zu bringen. Überall, wo Gottes Interessen sind, wird dieses Gebet von dem Leben gebenden Geist gefolgt. Dies bedeutet, wenn die Gemeinden und die Heiligen mit Christus beten, dann wird der Leben gebende Geist alles ausführen, was wir beten, und das Einstehen Christi auf jeden Ort der Erde bringen, der mit den Interessen Gottes verbunden ist.

Mögen wir alle auferweckt werden, um nach solch einem einstehenden Leben zu trachten, damit wir Christus nicht nur als den Tisch, den Leuchter und die Bundeslade genießen, sondern auch als den Räucheraltar. Dieser Räucheraltar ist der Wendepunkt unseres Christenlebens. Er regt jeden Aspekt des Christenlebens zu einer positiven Handlung an. Das Gebet des Einstehens, regt auch andere an, zu Christus am Brandopferaltar, am Waschbecken, am Tisch, an den Leuchter und an die Bundeslade im Allerheiligsten zu kommen. Es wird sehr viele Heiligen anregen, nach dem Reichtum Christi zu trachten, bis sie zur Reife gelangen. Daher ist es von äußerst großer Bedeutung, dass wir mit Christus am Räucheraltar einstehen.

Lebensstudium des 2. Buches Mose, Band 7, Botschaft 147, S. 1731-1737)

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