Die Funktion der inneren und der verborgenen Teile

Das Herz als das Organ, das zu Lieben vermag

Wenn unser Herz sich zum Herrn hingewandt hat, ist der Schleier weggenommen. Viele Menschen sagen: „Warum habe ich keine Leitung? Warum kenne ich den Willen des Herrn nicht?” Die Frage ist: Wo befindet sich ihr Herz, und worauf ist ihr Herz ausgerichtet? Ihr Herz muss dem Herrn zugewandt und auf den Herrn eingestimmt werden. In meiner Jugend habe ich fast täglich mit den Worten von 2. Korinther 3:16 gebetet: „Herr, bewirke, dass ich mein Herz Dir zuwende.” Ich kann euch versichern, dass dies seine Wirkung hat. Versucht es nur! Wendet vor allem anderen euer Herz dem Herrn zu, noch bevor ihr morgens das Wort lest. Die Decke wird abgetan werden, und das Licht wird scheinen. Die Decke, die zwischen euch und dem Herrn hängt, wird dadurch weggenommen werden, dass ihr euer Herz Ihm zuwendet, und dann werdet ihr das Licht sehen.

Nachdem unser Herz sich dem Herrn zugewandt hat, muss es als nächstes Glauben üben. In Römer 10:9-10 heißt es: „in deinem Herzen glauben wirst” und „mit dem Herzen wird geglaubt”. Glauben ist keine Übung des Geistes, des Verstandes oder des Willens, sondern eine Übung des Herzens: „Denn mit dem Herzen wird geglaubt.” Wir müssen lernen, unser Herz im Glauben zu üben, damit wir mit dem innewohnenden Geist zusammenarbeiten können. Nachdem wir dem Herrn unser Herz zugewandt haben, sollten wir sofort in unserem Herzen Glauben üben. Wir müssen unser Herz darin üben, alles zu glauben, was der Herr in Seinem Wort sagt. Alles, was tief in unserem Innern eine Empfindung auslöst, müssen wir durch Übung unseres Herzens im Glauben ergreifen. Ganz gleich, in welcher Umgebung wir uns befinden, in allen Situationen und Lebensumständen müssen wir unser Herz üben, dem Herrn zu glauben. Diese Übung wird das Herz vor Zweifeln bewahren. Wir sollten sogar darum beten, dass der Herr unser Herz vor Zweifeln bewahrt.

Drittens muss unser Herz besprengt und dadurch vom bösen Gewissen gereinigt werden (Hebr. 10:22). Die Besprengung ist nicht für das ganze Herz bestimmt, sondern für das böse Gewissen. Unaufhörlich bedarf unser Gewissen der Besprengung mit dem erlösenden Blut des Herrn Jesus. Je mehr wir unser Herz dem Herrn zuwenden und je mehr wir durch die Übung unseres Herzens an den Herrn glauben, desto mehr werden wir in unserem Gewissen empfinden, wie vieles bei uns nicht in Ordnung ist. Solange unser Herz sich nicht zum Herrn gewandt hat, spüren wir gar kein schlechtes Gewissen. In diesem Zustand haben wir nur ein Empfinden: dass wir in allem im Recht sind. Alle anderen sind im Unrecht, wir aber sind im Recht. Wenden wir jedoch unser Herz zum Herrn, dann können wir nur uns selbst sehen, nicht die anderen. Je mehr wir an Ihn glauben, desto mehr werden wir spüren, wie ungerecht wir in vielen, vielen Dingen sind. Wir sind ungerecht gegenüber unserer Frau, unserem Mann, unseren Kindern, unseren Eltern, unseren Klassenkameraden. Woher kommen diese Anklagen in unserem Herzen? Es sind die Anklagen unseres Gewissens. In solchen Augenblicken werden wir von selbst alles, was unser Gewissen uns innerlich vorwirft, bekennen. Je mehr wir bekennen, desto mehr wird das Blut des Herrn Jesus auf unser Gewissen angewandt. Dann wird es gereinigt, gewaschen und von jeder Anklage befreit, und wir haben ein reines Gewissen. Dass unser Herz besprengt und so vom bösen Gewissen gereinigt ist, bedeutet: Unser Gewissen ist so vollständig gereinigt worden, dass es in unserem Herzen keinerlei Anklage mehr gibt. Dann ist unser Herz voller Frieden und Freude im Herrn.

Weiterhin muss unser Herz, wie Hesekiel 36:26 zeigt, erneuert werden. In Vers 25 hat der Herr gesagt: „Und Ich werde reines Wasser auf euch sprengen, und ihr werdet rein sein; von allen euren Unreinigkeiten und von allen euren Götzen werde Ich euch reinigen”; aber das ist nicht alles. Die Reinigung von unseren Unreinigkeiten, von allen Sünden und selbst von den Götzen bedeutet nur die Beseitigung der negativen Dinge. Wir brauchen auch etwas Positives. Darum heißt es im nächsten Vers: „Und ich werde euch ein neues Herz geben.” Ein neues Herz ist das erneuerte alte Herz.

(Die Ökonomie Gottes, S. 68–70)

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