Der Aufbau von Gottes Wohnstätte

Die Bretter der Stifthütte

Zudem können wir nur aufgebaut werden, wenn wir uns über mindestens drei weitere Dinge im Klaren sind. Erstens ist jedes Brett eineinhalb Ellen breit (V. 16). Wir brauchen das klare Bewusstsein, dass wir nur eineinhalb Ellen breit sind, nicht breiter. In der Stiftshütte gibt es achtundvierzig Bretter, die paarweise angeordnet sind, wobei jedes Bretterpaar drei Ellen misst. Jedes Brett ist eben darum nur eineinhalb Ellen breit, damit ihm, weil es nur die Hälfte des vollen Maßes besitzt, ein anderes Brett als Ergänzung hinzugefügt wird. Wir sollten uns bewusst sein, dass wir nur eine Hälfte sind. Als der Herr Jesus Seine Jünger aussandte, sandte Er sie immer zu zweit. Petrus brauchte Johannes, und Johannes brauchte Petrus. Wir sind nur eine Hälfte und brauchen eine andere Hälfte, die uns vervollständigt. Niemals sollten wir unabhängig oder individuell handeln. Unser ganzer Dienst und unsere Funktion in der Gemeinde müssen auf korporative Weise ausgeführt werden. Zwei Bretter müssen zusammengefügt werden. Wir sind kein vollständiges Ganzes; wir brauchen eine andere Hälfte. Wer ist deine andere Hälfte? Wir müssen erkennen, dass niemand von uns drei Ellen breit ist, sondern jeder nur eineinhalb Ellen. Wir können weder allein gehen noch individuell dienen, noch unabhängig funktionieren und arbeiten. Wir müssen ein koordiniertes Glied im Bau Gottes sein.

Darüber hinaus besitzt jedes Brett zwei Zapfen, zwei hervorstehende Teile, welche in die Füße gesteckt werden (V. 19). Warum hat jedes Brett zwei Zapfen und nicht nur einen? Zweifellos deshalb, weil ein Zapfen es dem Brett noch erlauben würde, sich zu drehen, während zwei Zapfen es an seinem Ort festhalten. Zwei bedeutet Festigkeit. Es ist so wie bei einem Menschen mit zwei Beinen. Wenn ein Mensch auf einem Bein steht, kann er sich leicht drehen oder auch umfallen. Auf zwei Füßen stehend aber fällt er nicht so leicht, und er kann sich auch nicht so einfach umdrehen. Wir haben nicht gerne so viele „Schwenk“-Brüder. Am Morgen schaut einer vielleicht in diese Richtung und am Nachmittag in die entgegengesetzte. Am nächsten Morgen hat er dann wieder eine andere Richtung – ständig dreht er sich. Wenn wir nicht wissen, wo er ist, können wir ihn auch nie festlegen. Er schwenkt dauernd auf seinem einen Zapfen herum. Mit diesen ungefestigten Geschwistern kann es keinen Aufbau geben. Sie müssen fest werden, so dass sie fest stehen, was auch immer geschehen mag, bis zum Tode. Ist ein Mensch willig, sein Leben zu opfern, dann kann die Gemeinde gebaut werden. Wir brauchen die anderen, die uns ergänzen und uns ständig fester machen.

Darüber hinaus gibt es noch die goldenen Riegel und die goldenen Ringe, welche die Bretter verbinden und zu einer Einheit zusammenfügen. Die Ringe bezeichnen den Heiligen Geist. Wir haben den Heiligen Geist – die Ringe – ganz am Anfang unseres Christenlebens empfangen, als wir wiedergeboren wurden (Lk. 15:22 und 1.Mose 24:47). Die Ringe halten die Riegel, welche ebenfalls den Heiligen Geist – aber mit der menschlichen Natur vermengt – darstellen, denn in den goldenen Riegeln befindet sich das Akazienholz. Wie wir bereits gesehen haben, kam nach der Auferstehung und Auffahrt des Herrn der Heilige Geist vom Himmel herab, und zwar sowohl mit der göttlichen als auch mit der menschlichen Natur; deshalb ist Er jetzt der Geist Jesu. Eben dieser wunderbare Heilige Geist, der sowohl die göttliche als auch die menschliche Natur besitzt, fügt uns zusammen und macht uns eins. Auf diese Weise werden alle Bretter zu einer Einheit. Nehmt einmal an, man entfernte alles Gold von den Brettern, den Ringen und den Riegeln. Dann wären sie nur noch unverbundene Einzelteile. Die Einheit beruht nicht auf dem Holz, sondern auf dem Gold. Nimmt man das Gold weg, so gibt es kein verbindendes Element mehr und die Bretter bleiben als getrennte und einzelne Teile übrig. An diesem Bild können wir deutlich sehen, dass die Einheit, das Einssein, der Aufbau, nicht im Holz, sondern gänzlich im Gold begründet sind. Das heißt, der Aufbau der Gemeinde vollzieht sich nicht in der menschlichen, sondern in der göttlichen Natur. In der göttlichen Natur werden wir alle zusammengebaut. Sie verbindet uns, macht uns eins und hält uns zusammen, so dass wir eine Einheit bilden.

(Die Ökonomie Gottes, S. 205–206)

© Copyright Living Stream Ministry. Alle Rechte vorbehalten.

Abonniere die wöchentlichen Highlight-E-Mails.

Einzelheiten zum wöchentlichen Leseprogramm.