Der Neue Bund (4)

Zur Zeit Noahs hatten die Menschen viel gesündigt und waren voller Missetaten. Deshalb schickte Gott die Sintflut, um sie zu vernichten. Alle lebenden Geschöpfe, einschließlich Mensch und Tier, wurden von der Sintflut vernichtet. Nur Noahs achtköpfige Familie überlebte, zusammen mit den Tieren, die sie mit in die Arche genommen hatten. In denen, die nicht durch die Sintflut umgekommen waren, hätte eine große Furcht vor einer weiteren die Welt vernichtenden Sintflut entstehen können, dass es vielleicht keine neue Arche geben würde, wenn sie wieder sündigen würden und dass dann niemand die acht von ihnen retten könnte. Ein Jahr lang waren sie in der Arche. Während dieser Zeit sahen sie weder Land noch Menschen. Tag und Nacht war nur eine riesige Wasserfläche vor ihren Augen, und sie hörten nur das Wasser. Später, als das Wasser gesunken war, ließen sie sich in einer unbewohnten, einsamen Wildnis nieder. Sie wussten nicht, ob erneut eine vernichtende Sintflut auf sie zukommen würde. Sie kannten den Willen Gottes in diesem Punkt nicht. Sie wussten nicht, dass Gott die Welt nie wieder durch eine Sintflut vernichten würde, dass Er sie vor Hunger und Durst bewahren und die Erde wieder Nahrung hervorbringen würde, und dass Er ihnen garantieren würde, dass sie ohne Gefahr und in Frieden leben würden. Gott wusste, dass es für die Menschen schwierig war, Seine gute Absicht zu verstehen; deshalb gab Er ihnen etwas, woran sie sich halten konnten. Er schloss mit Noah einen Bund: „Und Gott sprach zu Noah und zu seinen Söhnen mit ihm: und Ich, siehe, Ich richte Meinen Bund mit euch auf und mit euren Nachkommen nach euch und mit jedem lebenden Wesen, das bei euch ist, an Vögeln, an Vieh und an allen Tieren der Erde bei euch, von allem, was aus der Arche gegangen ist, von allen Tieren der Erde. Ich richte Meinen Bund mit euch auf, dass nie mehr alles Fleisch ausgerottet werden soll durch die Wasser der Flut, und nie mehr soll es eine Flut geben, die Erde zu vernichten. Und Gott sprach: Dies ist das Zeichen des Bundes, den Ich stifte zwischen Mir und euch und jedem lebenden Wesen, das bei euch ist, auf ewige Generationen hin: Meinen Bogen setze ich in die Wolken, und er sei das Zeichen des Bundes zwischen Mir und der Erde. Und es wird geschehen, wenn Ich Wolken über die Erde aufwölke, und der Bogen in den Wolken erscheint, dann werde Ich an Meinen Bund denken, der zwischen Mir und euch und jedem lebenden Wesen unter allem Fleisch besteht, und nie mehr sollen die Wasser zu einer Flut werden, alles Fleisch zu vernichten. Wenn der Bogen in den Wolken steht, werde Ich ihn ansehen, um an den ewigen Bund zu denken zwischen Gott und jedem lebenden Wesen unter allem Fleisch, das auf Erden ist. Und Gott sprach zu Noah: Das ist das Zeichen des Bundes, den Ich aufgerichtet habe zwischen Mir und allem Fleisch, das auf Erden ist“ (1.Mose 9:8–17). Gott richtete mit Noah einen Bund auf, denn nachdem Noahs Familie aus der Arche gekommen war, würde sie sich aufgrund der letzten Erfahrungen unweigerlich Sorgen um die Zukunft machen. Gott war besorgt, dass sie nicht glauben würden, dass Er sie vor einer weiteren vernichtenden Sintflut schützen würde. Folglich schloss Er einen Bund mit ihnen, damit sie glauben konnten. Als Noah die Worte dieses Bundes erfasst hatte, hatte er Frieden und musste sich nicht mehr fürchten. Nachdem er den Bund hatte, konnte er an Gott glauben und im Bund ruhen. Dies ist der Nutzen eines Bundes. Weder kennt der Mensch den Willen Gottes, noch versteht er ihn. Gott muss ihm einen Bund geben, damit der Mensch etwas hat, was er ergreifen kann. Durch den Bund erkennen wir den Willen Gottes.

(Der Neue Bund, S. 73–75)

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