Der Schlüssel zu dem innewohnenden Geist

Der menschliche Geist als der Schlüssel

Warum weisen wir mit solchem Nachdruck auf den Unterschied zwischen dem Heiligen Geist und dem menschlichen Geist hin? Weil unser größtes Problem in unserer Unkenntnis besteht; wir kennen den innewohnenden Geist nicht oder wissen nicht, dass der menschliche Geist der Wohnsitz des Heiligen Geistes ist. Und wir sehen auch nicht klar, dass diese beiden Geister zu einem einzigen Geist vermengt werden. Das ist sehr schlimm. Hier und nirgends sonst liegt das Zentrum von Gottes Ökonomie, und doch gehen viele Christen an diesem Zentrum vorbei. Das lässt sich mit einem Haus vergleichen, zu dem man keinen Zugang hat, weil der Schlüssel fehlt. Nur der Schlüssel wird uns das Haus öffnen, so dass wir alles genießen können, was sich darin befindet. Jahrhundertelang hat der Feind den Schlüssel verborgen. Was ist der Schlüssel? Dass unser menschlicher Geist die Wohnstätte des Heiligen Geistes ist, und dass er eins ist mit dem wunderbaren Heiligen Geist.

Das Wort Gottes ist lebendig und scharf, es ist sogar schärfer als ein zweischneidiges Schwert und dringt durch, um Seele und Geist voneinander zu scheiden. Mehr als dreißig Jahre lang hat mich die Frage beschäftigt, warum dieses Schriftwort geschrieben steht, und warum es ausgerechnet in Hebräer 4 steht. Schließlich hat der Herr den Grund offenbart. Der Hebräerbrief ermutigt uns nämlich, aus der Wüste herauszukommen und in das gute Land vorzudringen, vom Zustand des Umherwanderns in die Ruhe im allumfassenden Christus hineinzukommen. Als der Hebräerbrief geschrieben wurde, standen die hebräischen Christen in der Gefahr, von Christus weggetrieben zu werden und wieder in das Judentum zurückzufallen, was soviel wie eine Rückkehr nach Ägypten bedeutet hätte. Sie waren aus dem Judentum befreit worden und wollten eigentlich in das gute Land, in die Ruhe, hineingehen, aber nun wanderten sie auf halbem Wege zwischen dem Judentum und Christus umher. Aus diesem Grund wurde der Hebräerbrief verfasst: Er sollte sie ermutigen, aus dem Zustand des Umherwanderns herauszukommen und Christus als ihr allumfassendes Leben und ihre Ruhe in Besitz zu nehmen.

Der Hebräerbrief spricht auch vom Allerheiligsten. Was das Allerheiligste ist, konnte ich gleichfalls jahrelang nicht verstehen. Schließlich half mir der Herr dann zu der Einsicht, dass das Allerheiligste nichts anderes als unser Geist ist. Heute ist unser menschlicher Geist das Allerheiligste. Die drei Teile des Tempels entsprechen den drei Teilen des Menschen, dem Leib, der Seele und dem Geist. Der innerste Teil des Tempels, das Allerheiligste, bezeichnet den innersten Teil unseres Seins, den menschlichen Geist. Und wie sich die Bundeslade, das Bild für Christus, im Allerheiligsten befand, so befindet sich Christus heute in unserem Geist. Demnach ist unser menschlicher Geist das Allerheiligste, wo wir mit Gott in Verbindung treten können. Wenn wir nun nicht fähig sind, unseren Geist zu unterscheiden, können wir das Allerheiligste nicht finden.

Darüber hinaus muss uns sehr klar sein, dass der Dreieine Gott heute bereits alles vollendet hat. Die Schöpfung und die Fleischwerdung sind vollendet, Sein Leben und Leiden auf dieser Erde sind vollendet, Er ist in den Tod und durch den Tod hindurchgegangen, Er ist auferstanden, zum Himmel aufgefahren und wurde auf den Thron gesetzt. Alles hat unser wunderbarer Dreieiner Gott schon erlangt, und alles befindet sich als Wirklichkeit im Heiligen Geist, der in uns hineingekommen ist. Hierauf kommt es an: dieser Heilige Geist ist in unseren menschlichen Geist, der jetzt die Wohnstätte Gottes bildet, hinein ausgeteilt worden. Unser Geist ist das Organ, das die Bestimmung hat, Gott aufzunehmen und zu enthalten. Wollen wir mit diesem wunderbaren Geist in Verbindung kommen, so müssen wir unseren Geist kennen. Wer mit mir Verbindung aufnehmen will, muss wissen, wo ich wohne. Hebräer 4:12 wurde geschrieben, damit wir ermutigt werden, in das Allerheiligste, welches unser Geist ist, vorzudringen. Wenn wir unseren Geist nicht zu unterscheiden wissen, können wir nicht feststellen, wo das Allerheiligste ist – der Ort, an dem der Herr heute wohnt. Gottes Ökonomie besteht darin, sich selbst in uns hinein auszuteilen, und der Ort, wo Er sich austeilt, ist unser Geist. Sind wir in der Lage, unseren Geist zu unterscheiden und zu üben, so dass wir den Herrn berühren, dann können wir vom Herrn durchdrungen und durchsättigt und in Sein Bild umgewandelt werden.

(Die Ökonomie Gottes, S. 38–40)

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