Der Umgang mit der Seele
Der Umgang mit dem Verstand
Wir sind zwar im Geist wiedergeboren, aber nun geht es um unsere Seele. Dort liegt jetzt die Schwierigkeit. Es gibt keinen Zweifel über unsere Wiedergeburt, weil der Herr Sich als unser ewiges Leben in uns befindet und der Heilige Geist in unserem Geist wohnt. Unser Geist ist lebendig gemacht und durch den Heiligen Geist aus Christus als dem Leben wiedergeboren. Wie aber steht es mit unserer Seele? Wie steht es mit unserem Verstand, unserem Willen und unserem Gefühl? In unserem Geist unterscheiden wir uns zwar absolut von den Menschen dieser Welt, aber ich fürchte, dass wir ihnen in unserem Verstand, unserem Willen und Gefühl noch immer genau gleichen. Die Wiedergeburt ist in unserem Geist geschehen, aber nach der Wiedergeburt brauchen wir noch die Umwandlung in der Seele.
Lasst uns dies anhand einiger Beispiele verdeutlichen. Wie halten wir es mit unserer Kleidung? Viele denken auch nach ihrer Errettung nicht anders über die Mode als die Menschen der Welt. In ihrer Kleidung sind sie diesem modernen Zeitalter gleichförmig. Sie denken, alles sei in Ordnung, solange sie sündige Dinge vermeiden, aber damit folgen sie nur dem menschlichen Denken und der natürlichen Vorstellung. Würden sie durch die Erneuerung ihres Denksinnes umgewandelt werden, so ergäbe sich daraus auch eine große Veränderung in ihrem Denken über die Kleidung.
Unser Denken sollte in fast jeder Hinsicht anders werden. Was bedeutet dieses Anderswerden unseres Denkens? Es ist nichts anderes als die Umwandlung unserer Seele durch die Erneuerung unseres Denksinnes. Christus befindet sich als Leben in unserem Geist, aber nun kommt es für uns darauf an, dass Er sich in alle inneren Teile unserer Seele ausbreitet und sie mit sich selbst durchsättigt. Dies wird unsere Seele in Sein Bild umwandeln. Dann werden unsere Gedanken Christus widerspiegeln. In allem, was wir denken und uns überlegen, wird unser erneuerter Verstand das herrliche Bild Christi zum Ausdruck bringen. Dann wird unser Denksinn ein geistliches Verständnis haben, und es wird ihm sehr leicht fallen, die Dinge zu deuten, die wir in unserem Geist wahrnehmen.
(Die Ökonomie Gottes, S. 90–92)
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